
Die "Web 2.0 Suicide Machine" ist ein interessantes Exeriment, das irgendwo zwischen Kunst und einem erstzunehmenden Werkzeug angesiedelt ist. Den diese "Web-Selbstmordmaschine" macht es möglich, Onlineprofile auf populären Web 2.0-Plattformen "dauerhaft zu töten" - und zwar irreversibel. Nachdem man Login und Passwort bei der suicidemachine.org eingegeben hat, muss man ein "Social-Network" wählen, bei dem man sein Profil töten will. Der Rest passiert schnell und vollautomatisch: Der Suicide-Bot loggt sich bei dem Netzwerk ein, ändert das Passwort und teilt es dem Nutzer selbstverständlich nicht mit. Dann kann man am Bildschirm live mitverfolgen, wie das Script nach und nach alle Informationen löscht, alle "Freunde" herausschmeißt, sich bei allen Gruppen abmeldet und so weiter. Am Ende der Prozedur bleibt eine Art "Zombieaccount", welcher nicht mehr in irgendwelche Netzwerke eingebunden ist. Gordan Savicic, welcer das Tagesgeschäft des Projektes überwacht, hierzu: "Wir haben uns dafür entschieden, die Accounts nicht zu löschen, sondern lediglich die Daten daraus zu entfernen." Das würde die Wahrscheinlichkeit erhöhen, das die Daten auch serverseitig verschwinden. "Bei gelöschten Profilen kann man sich nicht sicher sein." Das hat dazu einen praktischen Nebeneffekt: So umgeht man den CAPTCHA-Prozess, den es eigentlich benötigt, um Profile zu entfernen.
Die "Web 2.0 Suicide Machine" spielt auf unterschiedlichen Ebenen. In dem Werbevideo heißt es, dass ihr Service "schnell, sicher und zuverlässig" ist. Eine Menge Zeit könnte man sparen, denn das händische Löschen der Daten aus dem Account würde ein vielfaches mehr Zeit kosten. Gleichzeitig ist es ein Appell, der virtuellen "Web 2.0-Welt" den Rücken zu kehren, um wieder mehr Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen. Nicht ganz ohne Selbstironie heißt es, dass "ständiges E-Mail checken einen auch nicht schlauer macht". Natürlich kann man das Projekt auch als einen spielerischen Versuch sehen, Datenschutz praktisch durchzusetzen. Ganz interessant sind aber auch theoretisch vorhandene Missbrauchsmöglichkeiten. Da das Passwort von einem Skript geändert wird, gibt der Besitzer des Accounts bewusst die Kontrolle aus der Hand. Was würde passieren, wenn Datendiebe massenhaft Accounts auf den sozialen Netzwerken "killen" würden?
Facebook hat sich zu der Webapplikation, die es erst seit einigen Tagen gibt, noch nicht geäußert. Den Service gibt es auch für MySpace und LinkedIn. Aufgrund der großen Nachfrage soll der Dienst in Kürze auch für Twitter erhältlich sein.
(via Futurezone, thx!)
(Bilder: Web 2.0 Suicide Machine Logo und Zeitvorteile durch den Service)
Martin Wisniowski am Dienstag, 22.12.2009 16:55 Uhr
Das ganze erinnert mich an ein Projekt, bei dem man ein Spiel das Space Invaders ähnlich war und bei dem bei jedem abgeschossenen Raumschiff eine zufällige Datei auf der Festplatte gelöscht wurde. Was das bringen soll Facebook Accounts zu löschen weiß ich jetzt nicht, de ...
Also so schlecht finde ich die Idee garnicht. Wenn jemand wirklich einen Schlussstrich ziehen will, ist das eine gute Lösung =) @ elucuy: Nicht nur du hast es gehört, ich habe es auch selbst erlebt, weil ich mich vor langer Zeit ebenfalls gelöscht habe. Ist schon merkwürdig, das soziale Netzwer ...
Das ganze erinnert mich an ein Projekt, bei dem man ein Spiel das Space Invaders ähnlich war und bei dem bei jedem abgeschossenen Raumschiff eine zufällige Datei auf der Festplatte gelöscht wurde. Was das bringen soll Facebook Accounts zu löschen weiß ich jetzt nicht, denn man kann sich schne ...
Den Namen finde ich am schönsten :) Sicher nehmen bestimmt einige eine Profillöschung schon als mindestenz "sozialem" Selbstmord wahr. Hab auch schonmal gehört, dass eine Person nach SVZ-Löschung plötzlich Anrufe bekam, ob denn alles okay sei, hehe. btw @ dreaven3 Warum verlinkst du auf die ...
Die Jungs auf 4chan freuen sich schon. ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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