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China: Prämien für's Melden von Pornoseiten

Eine chinesische Behörde zahlt Internet-Nutzern eine Belohnung für das Aufspüren pornographischer Webseiten. Zwischen 1.000 und 10.000 Yuan (99 bis 987 Euro) gibt es für Hinweise auf pornographische Internet- und mobile WAP-Seiten.

Am Freitag richtete das staatliche Zentrum für illegale Internet-Aktivitäten eine Telefonhotline ein, bei der anzügliche Webangebote gemeldet werden können. Für die Hinweise gibt es zudem ein Webformular.

Nachdem die Prämien ausgelobt wurden, stiegen die Meldungen rasant an. 13.000 Hinweise über das Internet und 500 Telefonanrufe verzeichnete die Behörde in den ersten 24 Stunden, zehn Mal mehr als die übliche Anzahl. Wenn mehrere Meldungen eingingen, geht die Belohnung an den ersten Hinweisgeber, berichtet die Nachrichtenagentur Xinhua.

Die Auslobung der Prämien für das Auffinden von Porno-Seiten ist Teil einer Kampagne der chinesischen Regierung gegen Internet-Pornographie. Das verantwortliche China Internet Illegal Information Reporting Center wurde 2004 gegründet und nimmt Beschwerden von Internetnutzern über illegale und gefährliche Inhalte entgegen.

Im selben Jahr gab es die erste größere chinesische Kampagne gegen pornographische Internetangebote, während der 500 Webseiten entfernt wurden. Es folgten weitere Kampagnen im April 2007 und Anfang diesen Jahres. Seit Mitte November haben die Wächter zudem ihren Fokus auf mobile Webseiten erweitert. Die Zensoren richten sich gegen Angebote, deren Inhalte die "körperliche und geistige Gesundheit der Jugend" gefährden. Allerdings wurde sogar der Zugang zu Seiten eingeschränkt, die sich der Sexualerziehung widmen.

Auch die Zensursoftware Green Dam, die seit diesem Sommer in China auf öffentlichen Rechnern in Schulen und Internetcafés installiert werden muss, dient dem Kampf gegen pornographische Inhalte. Mit der automatischen Erkennung von Pornos fielen die Zensoren allerdings gehörig auf die Nase: Während Schweine als "nackt" identifiziert und auf die schwarze Liste gepackt wurden, ließ Green Dam Bilder von unbekleideten, aber dunkelhäutigen Personen durchgehen.

Während Green Dam offiziell dem Kampf gegen Pornographie und Gewaltdarstellungen dient, sehen Kritiker darin lediglich einen Vorwand zur Einführung der Zensursoftware. In Wirklichkeit gehe darum, unliebsame politische Äußerungen aus der Öffentlichkeit verschwinden zu lassen. Der Widerstand gegen die Software und die Kritik aus dem Ausland führte im Sommer immerhin dazu, dass die chinesische Regierung von ihren Plänen abrückte, die Installation von Green Dam auf allen im Land verkauften Computern zur Pflicht zu machen.

Via: Futurezone

Simon Jonas Hadlich am Sonntag, 06.12.2009 22:18 Uhr

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33 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Freakonomist am 10.12.2009 16:58:00

    in china haben sie aber ne dicke decke über den sand gelegt und wollen so nur noch die kleinen löcher in der decke stopfen. ^^ YMMD :D Aber irgendwie schon unschön, erst wird der Sex-Themepark dichtgemacht, dafür ein Bibel-Themepark genemigt und dann gegen Internet ...

  • cooon am 09.12.2009 01:44:45

    ahahah da haben sie angst rum das die verspannten arbeiter das web entdecken aahhahhah ...

  • darkcloud1987 am 08.12.2009 20:38:59

    In China haben sie aber ne dicke Decke über den Sand gelegt und wollen so nur noch die kleinen Löcher in der Decke stopfen. ...

  • fabi333 am 08.12.2009 20:24:35

    das ist wie wenn man am strand einzelne sandkörner wegnimmt. meiner meinung nach können sie das gleich lassen denn was einmal im netz ist ist so gut wie unmöglich zu entfernen wobei man wie im post auch sieht dass die zensursoftware einfach schlecht ist und es eigentlich nur ein vorwand ist so ...

  • am 08.12.2009 14:56:32

    So Werfen die Reisfresser fürn paar Kröten freiwillig ihren letzten Rest Internetfreiheit aus dem Fenster da kann man echt nur gratulieren GOTT LASS HIRN REGNEN^^ Was für uns ein paar Kröten sind, ist für die eine Menge Geld... ...

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