
Infolge einer in diesem Umfang noch nie dagewesenen online-Razzia wurden 1.219 Scam-Webseiten, die auf den Betrug von Weihnachtseinkäufern spezialisiert waren, durch die Einheit für elektronische Kriminalität des Londoner Metropolitan Police Service (nach seinem Hauptquartier auch "Scotland Yard" genannt) geschlossen.
Ziel der Fahnder der "Operation Papworth" waren hauptsächlich Internetseiten, die Designer-Artikel wie Schuhe, Kleidung, Schmuck, unter anderem von Tiffany & Co oder Links of London, zu Discount-Preisen anboten. Käufer erhielten auf ihre Bestellung hin entweder minderwertige Imitate oder gar keine Waren.
Die meisten dieser Seiten stammten von Betrügern aus Asien, die ihren eigentlichen Standort hinter britischen Domänen verbargen und möglicherweise mehrere Millionen britische Pfund damit einnahmen.
Laut eines Pressesprechers der Londoner Polizei wurde die Aktion in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen namens "Nominet", das britische Webseitenadressen registriert, koordiniert. Allerdings sei es bislang noch nicht zu Verhaftungen gekommen. Der Polizei zufolge ist das verlorene Geld nicht der einzige Schaden, der den Kunden entstehen kann, wenn sie auf Angebote hereinfallen, die eigentlich zu schön sind, um noch wahr sein zu können. Eine Kundengefährdung sei auch durch Missbrauch oder Diebstahl der Kundenidentitäten möglich.
Der Geschäftsführer von Nominet, Lesley Cowley, berichtete über die Kooperation mit der Polizei, man habe von der Einheit für elektronische Kriminalität klare Instruktionen bekommen, Domains aus dem Bereich .co.uk, die wegen krimineller Aktivitäten unter Beobachtung standen, den Zugang abzuschalten.
Augenblicklich arbeitet die Polizei mit Nominet und weiteren führenden Domain-Anbietern zusammen, um die betrügerische Registrierung von Internetseiten mittels falscher oder irreführender Daten zu verhindern. Die wegen Betrugs geschlossenen web-Seiten sind bei der britischen Consumer Direct aufgelistet.
Doch andere Betreiber von verkaufsorientierten Internetseiten wie etwa Keir McConomy, Betreiber der Preisvergleichsseite compare-ghd.com in Großbritannien warnen, dass der Erfolg nur von kurzer Dauer sei, da die betreffenden Scam-Seiten in kürzester Zeit unter ähnlichen Domain-Namen wiedereröffnet würden. Als langfristige Lösungen empfiehlt er, die Seiten zu schließen und die Kunden dazu zu bringen, Zahlungsmethoden wie PayPal zu verwenden und so den Scam-Seitenbetreibern die Arbeitsgrundlage zu entziehen. Anderenfalls würden die Betrugsseiten immer wieder auftauchen.
Auch James Brokenshire, Innenministerkandidat der momentanen Oppositionspartei, begrüßte den Erfolg der Polizei und verkündete, bei der Polizei ginge man davon aus, dass alle 10 Sekunden ein online-Verbrechen verübt werde. Deshalb plädiere er für eine stärkere Konzentration auf Prävention und Strafverfolgung, um zu verhindern, dass Menschen "Computer-Verbrechen" zum Opfer fallen.
Ein Schnellüberblick über die verdächtigen Seiten, die listenweise auf online-Foren und Chat-Seiten der Community zu finden sind, ergab, dass eine große Anzahl solcher Seiten trotz des heutigen Polizeizugriffs nicht geschlossen wurden.
(Via dailymail.co.uk, thx! Picture: deviantART.com, thx!)
Julia Klein am Freitag, 04.12.2009 18:49 Uhr
Jede zu Recht abgeschaltete Seite ist ein Anfang. ...
Mein Gott...und in China fällt ein Sack Reis um. Es gibt so unvorstellbar viele scamseiten, das 1000irgendwas kaum ins Gewicht fallen...(der Ansatz ist aber wenigstens zu loben...sie denken nicht mal an eine sperrung der Seite :) ...
Na da bin ich aber Beruhigt Endlich wieder sicher einkaufen :T gibt es Scam nicht auch in deren palarment ? ...
Die "e-crime"-Einheit der britischen Polizei hat durch eine Razzia weit über tausend Betrugsseiten geschlossen. Wie Internetkäufer langfristig geschützt werden können bleibt zu diskutieren. zur News ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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