
Filesharing auf P2P-Basis ist und bleibt gefährlich in Deutschland. Am 26. November, ab neun Uhr morgens, setzten Berliner und Nürnberger Kriminalpolizisten einem der drei größten deutschsprachigen BitTorrent-Netzwerken ein Ende. In einer konzertierten Aktion durchsuchten Beamte des Landeskriminalamtes Berlin die Privaträume eines Mannes in der Bundeshauptstadt. Zeitgleich nahm die Nürnberger Kripo in einem örtlichen Rechenzentrum den dazugehörigen Tracker vom Netz. Über 18.600 verschiedene Kopien von Kinomitschnitten, TV-Serien, Games, Audio- und eBooks sowie Anwendersoftware sollen darüber ausgetauscht worden sein. Der Name des Trackers ist bisher nicht bekannt. Aufgrund der noch immer laufenden Ermittlungen gegen andere Verdächtige des Netzwerkes konnte uns die GVU diesen nicht telefonisch mitteilen.
Der Berliner wird beschuldigt, eben diesen geschlossenen Tracker betrieben zu haben, der zuletzt mehr als 25.300 angemeldeten und registrierten Nutzern zur Verfügung stand. Die bei ihm sichergestellten Beweismittel werden nun von den Behörden ausgewertet. Noch im August vergangenen Jahres versteigerte man fünf "erprobte GVU-Schutzhelme mit Echtheitszertifikat" zum Schutz vor der Entdeckung durch die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) an die Tauschbörsenmitglieder. Doch die GVU fand das offenbar weniger lustig.
Der geschlossene Tracker soll vor eineinhalb Jahren mit 10.767 Nutzern nicht einmal halb so viele Benutzer gehabt haben, wie im Sommer dieses Jahres. Ihnen standen damals 8.346 Raubkopien - knapp 45 Prozent des aktuellen illegalen Angebots - in insgesamt 24 Kategorien zur Verfügung. Damals wie heute lag der Schwerpunkt auf deutschsprachigen Filmdateien. Unter den im Sommer 2008 angebotenen 1.848 deutschsprachigen Kinofilmtiteln befand sich beispielsweise auch der zu dem Zeitpunkt aktuelle Kinofilm "Lizenz zum Heiraten". Zudem zählten seinerzeit etwa 1.200 TV-Serien zum illegalen Angebot, diverse Filme pornografischen Inhalts sowie insgesamt weit über tausend Konsolen-, PC- und Handheld-Games. Aufgenommen wurden Nutzer nur nach einer Bewerbung oder durch Empfehlung bereits bestehender Mitglieder. Sie alle hatten sich nach Angaben der GVU einem umfangreichen Regelwerk zu unterwerfen, das von den 16 Betreibern überwacht wurde.
Auf Basis der Ermittlungen stellte die GVU Ende August 2008 in Nürnberg Strafantrag gegen den damals noch unbekannten Betreiber. Intensive Ermittlungen unter Verfahrensführung erst der Nürnberger und dann der Berliner Staatsanwaltschaft führten im Folgenden zur Identifizierung des Tracker-Betreibers. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Berlin hin erließ das zuständige Gericht dann vor kurzem die Durchsuchungsbeschlüsse. Zudem konnte anhand einer genaueren Analyse von Angaben zu Titeln und Downloads in der Tauschbörse eine erste Schadensberechnung erstellt werden. Danach wurden bis zum 15. Juli 2009 die damals verfügbar gemachten Raubkopien insgesamt 526.377 vollständig heruntergeladen.
Update: Offenbar handelte es sich dabei um Quorks. Auf ihrer Webseite schrieben sie: "Wie einige bereits richtig vermutet und evtl. auch schon gewusst haben, gab es am gestrigen Donnerstag eine Hausdurchsuchung bei einem ehemaligen Teammitglied. Aus Gründen der Privatsphäre wird darauf natürlich nicht weiter eingegangen. Die Festplatten, welche selbstverständlich verschlüsselt sind, wurden aus unserem Server entfernt." Die Informationen beider Seiten sollte man in diesem Fall wohl am besten mit Vorsicht genießen. So soll Quorks demnächst wieder online gehen. Es bleibt also unklar, wie groß der Schaden durch diesen Bust wirklich war.
Auch wurde uns aus anderen Quellen gemeldet, die Zahl der angemeldeten User soll deutlich geringer gewesen sein, es handelte sich dabei vielmehr um die Anzahl der Peers. Es drängt sich immer mehr der Eindruck auf, als wenn Quorks zu Lebzeiten nicht wirklich zu einem der Top-Tracker gehört hat. Es bleibt unklar, warum die Zahlen in der Pressemitteilung der GVU so derart falsch dargestellt wurden.
Lars Sobiraj am Mittwoch, 02.12.2009 19:09 Uhr
http:google.de/#hl=de&source=hp&q=quorks ...
Öhmm die sind schon seit dem 12.12 wieder da :) und wo? :( ...
Nicht so schlimm, weil die ja eh wiederkommen. Zwar dann im Ausland, aber klar.. Alle "alten User" können weitermachen. Wird sicher nicht schwer sein, das ding wieder großzuziehen ;) Öhmm die sind schon seit dem 12.12 wieder da :) ...
Nicht so schlimm, weil die ja eh wiederkommen. Zwar dann im Ausland, aber klar.. Alle "alten User" können weitermachen. Wird sicher nicht schwer sein, das ding wieder großzuziehen ;) ...
Ja, es war quorks. Ist aber alles nicht so schlimm... wieso nicht? für jemanden wird es schlimm sein.. ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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