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Johnson wird NASA-Hacker nicht helfen

Am Ende waren alle Bemühungen, eine Auslieferung des "NASA-Hackers" Gary McKinnon zu verhindern, vergeblich. Der britische Innenminister Alan Johnson weigerte sich, gegen die Auslieferung McKinnons vorzugehen, was dessen wohl letzte Chance gewesen wäre.

Johnson hatte im vergangenen Monat das Auslieferungsverfahren gegen McKinnon, dem Einbrüche in zahlreiche US-Rechnersysteme zur Last gelegt werden, auf Eis gelegt, um neue medizinische Gutachten zu berücksichtigen. In diesen ging es um McKinnons Asperger-Syndrom.

Am gestrigen Donnerstag aber verkündete Johnson, er sei zu dem Schluss gekommen, dass eine Auslieferung nicht gegen McKinnons Menschenrechte verstoße und dass er daher keinen Anlass sehe, in das Auslieferungsverfahren einzugreifen. "Aufgrund der legitimen Bedenken betreffend Mr. McKinnons Gesundheit haben wir von den Vereinigten Staaten eine Versicherung gesucht und bekommen, dass seine Bedürfnisse erfüllt werden," erklärte er - ein Statement, dass McKinnons Unterstützer wohl nur wenig beruhigen wird angesichts der Sorge, dass allein die vollkommen ungewohnte Umgebung und der Verlust vertrauter Personen für McKinnon eine extreme emotionale Belastung darstellen würden.

McKinnons Mutter, Janis Sharp, die schon seit Langem als eloquente und kämpferische Unterstützerin ihres Sohnes auftritt, teilte mit, sie und die Anwälte ihres Sohnes wollten erneut in Berufung gehen. Sollte dies jedoch vom Gericht abgelehnt werden und auch eine möglicherweise noch ausstehende Klage vor dem europäischen Menschenrechts-Gerichtshof scheitern, würde der "NASA-Hacker" wahrscheinlich noch vor Weihnachten an die USA ausgeliefert. 

Sharp berichtete, sie sei "erschüttert" über die Neuigkeiten und ihr Sohn habe die Nachricht "sehr schlecht aufgenommen". "Es ist eine widerliche Entscheidung. Gary befindet sich seit fast acht Jahren in einem Zustand erhöhter Angst. Einen friedliche, verwundbaren, fehlgeleiteten UFO-Fanatiker wie Gary zu zwingen, sich Tausende von Meilen von seinem dringend benötigten Netzwerk von Unterstützern zu entfernen, ist barbarisch," so Sharp. 

(via BBC, The Register, thx!)

(Bild via Web Prato, thx!)

Annika Kremer am Freitag, 27.11.2009 01:17 Uhr

tagsTags: großbritannien nasa-hacker gary mckinnon

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38 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • cheezburger am 28.11.2009 17:59:14

    Nun ja, zwischen Behinderte mit "Samthandschuhen" anzufassen und sie wie jeden anderen Menschen auch zu behandeln, was beides seine Nachteile für die Person hat gibt es noch einen Mittelweg: ihn wie einen weitestgehend normalen Menschen behandeln aber Rücksicht auf seine Behinderung/en nehmen. (Wo ...

  • AlBarto am 28.11.2009 16:42:59

    Vermutlich bist du einer von denen, die bei Three-Strikes lautstark aufheulen, weil das Internet ja soooo wichtig ist, eigentlich ja schon ein Grundrecht. Aber Menschen wie McKinnon, für die der PC und das Internet nun wirklich eine Möglichkeit sind, sich mal kompeten ...

  • LCD_1 am 28.11.2009 14:43:51

    Jemand der Geistig unzurechnungsfähig ist, darf dem Gesetz nach gar nicht bestraft werden, da er für seine Taten nicht zu Verantwortung gezogen werden darf. Unlogischerweise ist eine Einweisung keine Bestrafung sondern Zwangshilfsleistung. Jedenfalls hielt ich Großbritanien mal für ein großarti ...

  • BudFudlecker am 28.11.2009 13:49:15

    Vermutlich bist du einer von denen, die bei Three-Strikes lautstark aufheulen, weil das Internet ja soooo wichtig ist, eigentlich ja schon ein Grundrecht. Aber Menschen wie McKinnon, für die der PC und das Internet nun wirklich eine Möglichkeit sind, sich mal kompeten ...

  • Annika_Kremer am 27.11.2009 22:46:33

    Vermutlich bist du einer von denen, die bei Three-Strikes lautstark aufheulen, weil das Internet ja soooo wichtig ist, eigentlich ja schon ein Grundrecht. Aber Menschen wie McKinnon, für die der PC und das Internet nun wirklich eine Möglichkeit sind, sich mal kompetent zu fühlen anstatt "behinder ...

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