
Chinas Zensurpolitik hat sich in den letzten Wochen stark ausgeweitet. Nun wird die nächste Runde eingeläutet. Google sollte die Suchergebnisse modifizieren (gulli berichtete). Nun hat man sich mit Regierungsvertretern getroffen und stimmt dem Zensur-Kurs zu: keine Pornographie mehr auf google.cn.
Dies ist der vorläufige Gipfel einer ganzen Reihe von Zensurmaßnahmen Chinas. Man hat 10.000 Spitzel angeheuert, die "ungesunde Inhalte" (Regierungskritik, Pornographie) melden sollen. Auch andere unerwünschte Inhalte werden dabei aus dem Netz gefiltert. Demnächst werden Computer in China nur noch mit einer Porno-Sperre verkauft und nun wird auch Google dazu gebracht, pornographische Inhalte vom chinesischen Portal google.cn zu verbannen.
Die in Computern eingebaute Sperre, die sich eigentlich nach offiziellen Angaben nur um nackte Haut kümmern sollte, wird nun aber doch auch andere Inhalte filtern: Die religiöse Bewegung Falun Gong wird es dabei genauso erwischen, wie Homosexualität, "illegale Aktivitäten" und Drogen. Auch die online-Spiele werden vom Bildschirm verschwinden (gulli berichtete bereits). Wenn es nach den chinesischen Machthabern geht, hat man danach eine blütenweiße Gesellschaft.
Google meint in einem Statement, man unternimmt alle notwendigen Schritte, um die vereinbarte Pornographie-Blockierung zu erreichen. Auch wenn man nicht ein Freund der Daten-Sammler ist, so erscheint einem dieses Nachgeben als Niederlage. Seltsamerweise hat es der Konzern zu einer Art "demokratischer Botschaft" in allen Ländern der Welt geschafft, auch wenn der Konzern in erster Linie Gewinn orientiert bleiben will, so hat er eine politische Funktion übernommen (wie Twitter und flickr), die zuweilen mächtiger als die Politik scheint - vor allem in Krisenzeiten. Das kann man im Moment gut am Beispiel Iran verfolgen.
Man hat sich zum Thema Pornographie geeinigt, wie sieht es aber bei den anderen vorgefilterten Inhalten aus, die auf der Agenda Chinas stehen. Die Spürhunde Chinas haben nur Anstoß genommen an der "Verbreitung von pornographischen und vulgären Informationen" durch die Internetfirma google. Was aber, wenn man die Liste nach und nach ausweitet? Google und China liefern ein Lehrbeispiel für andere Länder, die ähnliche Informations-Repressalien wollen. Egal was als "Unliebsames" deklariert wird - die Opposition oder Moralvorstellungen - es kann gefiltert werden. Und in Ländern wie China bedeutet dies, was es nicht online gibt, das gibt es überhaupt nicht.
Wie immer wenn es zu Streitigkeiten und Interessenskonflikten auf Internationaler Ebene kommt, tritt die google-Eingreiftruppe (meist 25 Jahre und in Jeans und T-Shirt) auf den Plan und wird das Suchergebnis für das betroffene Land nach dem Willen der Regierung "modifizieren". Google wurde offiziell schon zwei mal von China verwarnt, hatte aber weiterhin (damit die Werbeeinnahmen fließen?) die Porno-Such-Ergebnisse anzeigen lassen. "Wir unterziehen unseren Service einer gründliche Überprüfung und werden alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um jedes Probleme mit unseren Suchergebnissen zu beheben", formulierte der Google-Sprecher John Pinette in einer Erklärung.
Das Kalkül der Firma, quasi immer im letzten Moment unterwürfig abzudrehen, wenn es gar nicht mehr anders geht und die politischen Machthaber ihrerseits google den Stecker ziehen würden, ist eines der interessantesten Phänomene im Internetzeitalter. Ein Konzern bestimmt mit, was eine Bevölkerung sieht oder was nicht.
China fakelt nicht mehr lange herum, verbal hat man die Waffen gegen google schon in der Hand. Die Regierung ist nicht länger gewillt, den ausländischen Schund, der über die Grenzen schwappt, zu dulden, sondern will google einfach "abschalten".
Der Aufschrei, der erklungen war, nachdem man die PC-Filter-Pläne veröffentlichte, wurde von der chinesischen Regierung so beantwortet: man stellte klar, es gibt zwar bald die Überwachungs-Software in jedem Computer, "aber man muss sie ja nicht verwenden".
Dennoch behält sich das chinesische Center zum Bericht von illegalen Informationen im Internet (CIIRC) vor, weitere Inhalte zu benennen und zu entfernen. So kann man auf deren Internetseite im ungeschönten Propaganda-Stil, lesen, dass man die Anti-Porno-Kampagne auch auf die Mobiltelefone ausweitet, dass sich eine Website für ihren Porno-Skandal entschuldigt, dass man bereits weitere 77 Seiten mit vulgären Inhalten geschlossen hat, u.s.w. ... Nach dem Bericht der CIIRC wurden bereits 1001 Websiten von den Behörden gesperrt, die für die "Verteilung von Pornos und anderem anstößigen Material" verantwortlich sind und mehr als 4000 weitere Seiten (über deren Inhalt man nichts erfährt) wurden bereits geschlossen.
Aus der westlichen Demokratie ist google als Informationsquelle nicht mehr wegzudenken. So mancher Vorschlag, der in der letzten Zeit aus verschiedenen Parteien zum Thema Sperren kam, erinnert unfreiwillig an die Zensurpolitik Chinas: hat man erst mal eine Liste aufgestellt, dann kann man beliebig andere Inhalte anfügen, bis nichts mehr bleibt außer blütenreine Zensur. (Christian Schmidt-David alias double screening)
(via BBC News danke!)
(Bildquelle: PC-Welt Danke!)
News Redaktion am Dienstag, 23.06.2009 13:06 Uhr
google ist in china nicht sehr erfolgreich und daher unterwerfen sie sich. bleibt nur zu hoffen das google dahinter einen plan b hat. ich würde mir wünschen das google es wirklich nur macht um dort marktanteile zu bekommen um irgendwann wenn die chinesen google nicht me ...
Es gibt in China mehr Internetnutzer als US-Bürger.der satz ist auch bisschen, ich sag mal, unglücklich, formuliert :D! naja, an stelle google, wer würde da anders handeln? entweder ich verliere ne mill potentieller kunden oder ich füg mich gewissen vorschriften. naja, ...
Ein Wunder!!! Oh Herr, du hast Deine Herrlichkeit bewiesen. materienkenner hat es tatsächlich mal geschaft, keinen Trollbeitrag abzusenden. Der Unterschied zwischen China und Deutschland ist, dass unsere liebe Regierung (und die der Franzosen ebenso) krampfhaft versucht, auf das chinesische ...
Hi Commander, endlich mal wieder nen Post wo ich dir voll zustimmen kann :T ...
hier hatte ja auch keiner ein Problem mit der youporn sperre z.b, diverse blogs behandelten ja das Thema ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
Kämpfe als Held in diesem einzigartigen Fantasy Game. Viele Gefahren und Abenteuer erwarten dich!
spielen
Erschaffe deine eigene Insel und erobere die Welt. Krieg oder Wachstum - deine Strategie entscheidet!
spielen
Werde Gladiator und kämpfe im antiken Zeitalter um Ruhm und Ehre. Gehe Bündnisse mit anderen Spielern ein und kämpft gemeinsam gegen die schrecklichen Barbaren.
spielen
Ziehe als einsamer Waldläufer oder an der Seite von Kampfgefährten in einem Fantasy-Spiel von Abenteuer zu Abenteuer.
spielen
Tritt gegen legendären Samurai aus Japan des 19. Jahrhundert an und werde der gefürchtetste aller Samurai.
spielen
Tritt in eine epische Schlacht zwischen Werwölfen und Vampiren, in der nur die Stärksten überleben werden, ein.
spielen