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Anti-Terror-Einheit sprengt falsch geparktes Auto

Damit hatte Michael Raphel nicht gerechnet, als er sein Auto in einer Londoner Seitenstraße abstellte: Eine Anti-Terror-Einheit der Polizei hielt ihn für einen Terroristen - und sprengte seinen Wagen sicherheitshalber in die Luft.

Raphel hatte seinen Wagen unglücklicherweise nur wenige hundert Meter vom Sitz des Premierministers im Halteverbot abgestellt - genau am Rand der Route einer Parade, die am nächsten Tag stattfinden sollte. Dann war er zu einem Schiff geeilt, dass Freunde von ihm für eine Geburtstagsfeier gemietet hatten.

Als er zurückkam, umringten Polizisten einer Anti-Terror-Einheit seinen Wagen. Sie erklärten Raphel, Aufnahmen einer Überwachungskamera hätten ihn dabei gezeigt, wie er von dem Auto weggerannt sei. Daraufhin hätten sie aufgrund der "sensiblen" Gegend zwei kontrollierte Sprengungen an dem Fahrzeug durchgeführt.

"Sie sagten, ich hätte in einer sensiblen Gegend geparkt, gerade um die Ecke von Downing Street Nr. 10 und nahe am Verteidigungsministerium. [...] Sie erklärten, dass, weil ich dabei gesehen wurde, wie ich von dem Auto wegrannte, und wegen der Parade morgen, es ihren Verdacht erregte", sagte Raphel gegenüber Journalisten.

Die Londoner Polizei wollte sich nicht weiter zu dem Vorfall äußern. So bleibt auch unklar, ob zu dem Verdacht der Polizisten beigetragen hat, dass Raphel dunkelhäutig und schwarzhaarig ist. Denn wie ein Terrorist sieht der Besitzer eines Designermodeladens für Herren kaum aus.

Die "Metropolitan Police" - kurz "Mets" genannt - ist dagegen immer wieder durch vollkommen unangemessenes Vorgehen gegen vermeintliche Terroristen aufgefallen. Zwei Wochen nach den Anschlägen vom 7. Juli 2005 erschossen Beamten in Zivil den Brasilianer Jean-Charles de Menezes - angeblich, weil sie ihn für einen Selbstmordattentäter hielten. Die Mörder wurden bislang nicht verurteilt.

Michael Raphel ist zumindestens ohne Schaden an Leib und Leben davongekommen. Ob er den Schaden an seinem Wagen ersetzt bekommt, ist allerdings fraglich. Weil das Auto im Halteverbot stand, könnte zumindestens seine Versicherung die Zahlung verweigern.

(via Oxford Mail, thx!)

Simon Jonas Hadlich am Sonntag, 22.11.2009 20:04 Uhr

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52 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Schlägerei am 25.11.2009 11:24:31

    Heftig. Das kommt bei diesem Überwachungskamera-Wahn raus. :mad: Aber wie sehen Terroristen denn nun aus? Gibt es dazu denn keine Dienstanweisung bei der britischen Polizei? MfG Andy Ja, wenn du einen Bart hast, am besten noch lange Haare oder dunkle Haut ...

  • eliveo am 25.11.2009 11:17:26

    Ja gut. Aber ich denke nicht, dass es bei uns so viele Terroristen gibt, die eine Bombe in einem falsch geparkten Auto platzieren. Ich denke, die Terroristen trauen sich glücklicherweise in unser rundum überwachtes Europa noch nicht so (richtig) rein. ...

  • Freakonomist am 24.11.2009 09:58:51

    Ist eigentlich bekannt, wie oft bisher schon (in Europa) im Halte-/Park-Verbot abgestellte Fahrzeuge für Bombenanschläge benutzt wurden? Kannst ja mal sämtliche Landesbehörden abklappern, für eine genaue Zahl, und dich hinterher fragen was die Zahl nützt. Statistisch ...

  • titus_shg am 24.11.2009 09:36:10

    Ist eigentlich bekannt, wie oft bisher schon (in Europa) im Halte-/Park-Verbot abgestellte Fahrzeuge für Bombenanschläge benutzt wurden? Na ja, je mehr (Kamera-)Überwachung, desto mehr (Behörden-)Paranoia. Sieht man hier ja auch wieder. :rolleyes: MfG Andy ...

  • Freakonomist am 24.11.2009 06:47:14

    Oder wünscht Du dir gerne Mordanschläge als Serie ? So allabendlich ein Bömbchen in Ehren ? Mal mit ein paar Kindern auf der Leichenliste ? Gerne doch und immer her damit, aber ich dachte bis zum neuen GTA dauert es noch was. Ausserdem läufts auf meinem Subnotebook ...

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