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Streaming-Sites als Grab der Musiker?

Musikpiraterie ist böse. So sagen es zumindest alle größeren Vertreter der Musikindustrie. Deshalb investiert man gerne in Streaming-Sites, die inzwischen immer häufiger anzutreffen sind. Aber ist dies wirklich die Lösung?

Ob man auf der Basis einer P2P-Technologie ein neues Geschäftsmodell aufbauen kann? Möglich, wenngleich gegenwärtig eher unerwartet. Man müsste dazu vermutlich viele Grenzen überschreiten. Sich für neue Methoden öffnen. Eine Handlung, die man seitens der Branche eher nicht erwarten sollte. Nicht weil sie nicht kann, sondern vielmehr, weil sie es nicht wagt.

Die Branche sieht ihre große Chance inzwischen aber immer häufiger in so genannten Musik-Streaming Portalen, wie Last.fm oder Spotify. Dort kann man die Tracks der Musiker kostenlos anhören. Meist ist ein Link beigefügt, der zu Downloadportalen führt, wo man das Stück oder Album gegen Bezahlung herunterladen kann. In der Tat steigt die Zahl an legalen Musikdownloads immer mehr an. Mindestens genauso viele Fans lauschen der Musik aber auch nur online. Ihnen genügt dies.

Kann ein Künstler jedoch vom Streaming seiner Musik sein Leben bestreiten? Vor etwa drei Monaten kritisierte ein schwedischer Musiker, dass ihm die dortige Verwertungsgesellschaft STIM für seine "ausgestrahlten" Werke fast nichts bezahlen würde. Insbesondere Spotify geriet dabei in herbe Kritik. Ein Einzelfall eines unbekannten Künstlers? Womöglich. Der Fokus lag also auch auf dem schwer zu durchschauenden und oft genug als unfair bezeichnetem Ausschüttungssystem der Verwertungsgesellschaft.

Das schwedische Nachrichtenportal "expressen" hat sich nun mit der Thematik beschäftigt. Man wollte herausfinden, ob hier nur ein Einzelfall vorliegt, oder ein Massenphänomen. Als Vergleichsgröße zog man also einen bekannten, international agierenden Künstler heran. Lady Gaga mit ihrem Track "Poker Face" schien dafür wie geschaffen. Er war beim Streaming-Dienst Spotify einer der meistgehörten Tracks über fünf Monate hinweg. Über eine Million Mal wurde der Track gestreamed.

Was Lady Gaga als Künstlerin als Gegenleistung von der schwedischen Verwertungsgesellschaft erhält? Rund 1.150 Schwedische Kronen, umgerechnet etwa 113 Euro. Das mag zwar mehr als nichts sein, zumal sie bei illegalen Downloads ganz leer ausgegangen wäre. Das Kernproblem liegt aber vielleicht gar nicht bei Spotify oder der Verwertungsgesellschaft. Vielleicht sollte man sich bevorzugt fragen, welchen Anteil das Label einstreicht.

(via torrentfreak, thx!)
(Bild via djluizmaniac, thx!)

 

 

 

Klaus Müller am Sonntag, 22.11.2009 17:31 Uhr

tagsTags: spotify

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3 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Sonnentier am 22.11.2009 20:42:44

    @McK73 Absatz davorlady gaga mit ihrem track "poker face" schien dafür wie geschaffen. Er war beim streaming-dienst spotify einer der meistgehörten tracks über fünf monate hinweg. über eine million mal wurde der track gestreamed. ...

  • McK73 am 22.11.2009 18:43:15

    Was Lady Gaga als Künstlerin als Gegenleistung von der schwedischen Verwertungsgesellschaft erhält? Rund 1.150 Schwedische Kronen, umgerechnet etwa 113 Euro. .... pro ausgestrahlten Song, Jahr, Monat oder für jedes bekloppte Kostüm? Bitte etwas genauer. ...

  • Sonnentier am 22.11.2009 17:40:28

    Sie bekommt von der STIM also ca. 113€, das ist wohl sowas wie die GEMA. Das ist eine Kompensation und fast nichts, wie viel hat sie von Premium-Accounts bei Spotify bekommen, und durch Werbung. ...

  • Firebird77 am 22.11.2009 17:31:53

    Musikpiraterie ist böse. So sagen es zumindest alle größeren Vertreter der Musikindustrie. Deshalb investiert man gerne in Streaming-Sites, die inzwischen immer häufiger anzutreffen sind. Aber ist dies wirklich die Lösung? [url=http://www.gulli.com/news/streaming-sites-als-grab-der-musiker-200 ...

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