
Noch vor drei Monaten hatte fast ein Drittel aller befragten Künstler geantwortet, dass sie künftig vom Taxifahren und nicht mehr von der Musik leben können. Die MusikWoche hatte diesbezüglich kurz nach der c/o pop eine Online-Abstimmung ins Leben gerufen. Weniger als 10% der Befragten gaben an, dass sie auch noch in einigen Jahren genügend hohe Umsätze mit dem Verkauf von physischen Datenträgern oder Downloads übers Web erzielen können. Auch der Glaube an das Allheilmittel Kulturflatrate war sehr begrenzt. Ganze 6,8% sahen darin einen Ausweg.
Sorgen um die Zukunft wird man sich heute und morgen auch in Mannheim machen. Zahlreiche Mitarbeiter der Branche werden in der Popakademie Baden-Württemberg zum "Kongress Zukunft Pop" erwartet. Bisher fanden die Diskussionen stets hinter verschlossenen Türen statt. In diesem Jahr will man erstmals die Tore für die Öffentlichkeit öffnen. Fest steht: Die Kreativwirtschaft durchlebt seit mehr als zehn Jahren einen revolutionären Wandel. Leider weiß noch keiner so genau, wohin die Reise gehen soll, will man Musikfans als auch die Aktiven der Musikbranche gleichermaßen zufrieden stellen.
Die Popakademie Baden-Württemberg ist eine staatliche Hochschule. Die Verantwortlichen möchten sich mit dieser öffentlichen Veranstaltung am wichtigen Diskurs beteiligen. Neben Moritz Sauer (phlow.net) werden Tim Renner (Motor / all2gethernow), Manfred Gillig (MusikWoche) und zahlreiche andere hochkarätige Teilnehmer anwesend sein und mitdiskutieren. Es bleibt abzuwarten, ob man dort zu konkreten Ergebnissen kommen wird. Statt einer echten Annäherung bleibt es bei vielen Panels lediglich bei einer Präsentation der eigenen Person bzw. Institution und der eigenen Standpunkte.
Der Eintritt zum Kongress ist frei. Das komplette Programm für heute und morgen gibt es hier auf die Festplatte!
Lars Sobiraj am Samstag, 21.11.2009 11:37 Uhr
Naja, wenn die Abmahnung kommt oder uns alle Rechte im Internet genommen wurden - spätestens dann wird es alle interessieren. Aber dann ist es leider schon zu spät. ...
@ DasFragezeichen: Freilich interessiert es mich. Aber kann man zu jeder interessanten Veranstaltung an jedem Ort deutschlandweit fahren? Warst du etwa in Mannheim? Wenn ja, berichte uns doch. ...
Zwei weitere Tage in denen sich die MI in Selbstmitleid wühlen kann und den bösen nicht-Konsumenten mit Sanktionen drohen darf. Wie die Kommentare zeigen: Keine Sau interessiert es. ...
Na dann ist ja gut, dass du zu Hause geblieben bist, Ghandy ;) Die Musikindustrie suhlt sich so zufrieden in ihrem Selbstmitleid, da kann sie es nicht gebrauchen, dass jemand die Ursachen der Probleme benennt. ...
...das steht zu befürchten, ja ;-) ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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