
Das Mädchen hatte sich geweigert, vor dem Schlafen gehen zu duschen, und einen Wutanfall bekommen. Soweit das relativ normale Szenario, dass viele Eltern bockiger, temperamentvoller Kinder aus Erfahrung kennen dürften. Im fraglichen Fall allerdings wussten sich die Eltern nicht anders zu helfen, als die Polizei zu rufen und sie um Hilfe zu bitten.
Die Beamten trafen kurz darauf bei der Familie ein. Wie sie in ihrem Bericht schrieben, habe das Kind auf dem Boden gelegen, geschrien und um sich getreten, als die Polizei eintraf. Auch von einem Polizisten ließ sich das Mädchen nicht bändigen: Laut dem Polizeibericht trat sie "wild um sich" und wurde "verbal ausfällig".
Das Besondere: In den USA sind mittlerweile zahlreiche Beamte mit Elektroschock-Waffen, meist aufgrund des Markennamens als "Taser" bezeichnet, ausgerüstet. Diese sogenannten "nichttödlichen Waffen" werden von vielen Beamten als Alternative zum "normalen" Schusswaffengebrauch begrüßt. Kritiker merken allerdings an, dass die Taser, vor allem bei vorgeschädigten Personen oder bei länger andauerndem Einsatz, keineswegs ungefährlich sind, und dass die Polizei dazu neigt, diese Waffen aufgrund ihrer vermeintlichen Harmlosigkeit zu schnell einzusetzen.
Im Fall der Zehnjährigen war der Beamte offenbar sogar von der Mutter des Kindes ermutigt worden, seinen Taser einzusetzen. "Ihre Mutter sagte mir, ich solle den Taser benutzen, wenn es nötig sei", berichtete er. Er habe daraufhin, als es ihm nicht gelang, das Kind auf andere Art zu bändigen, den Taser eingesetzt - allerdings nur für sehr kurze Zeit. Die Behandlung gilt als schmerzhaft, aber dem Mädchen entstanden dadurch keine bleibenden Schäden.
Trotzdem sorgte es für heftige Diskussionen, als der Fall publik wurde. Der Vater des Mädchens, der von der Mutter geschieden ist und getrennt lebt, erklärte, das Kind habe emotionale Probleme, stelle aber für niemanden eine Bedrohung dar. "Sie hat nicht verdient, wie ein Tier behandelt zu werden", sagte er.
Vernon McDaniel, der Bürgermeister des Ortes, in dem Mutter und Tochter leben, fordert nun eine Untersuchung der Vorfälle durch übergeordnete Behörden wie das FBI. Er erklärte: "Die Menschen hier haben den Eindruck, der Polizist hat einen Fehler gemacht. Dies kann nur eine unparteiische Untersuchung klären." Bisher wurden keine disziplinarischen Maßnahmen gegen den verantwortlichen Polizisten eingeleitet. Taser seien eine sichere Methode, um Menschen unter Kontrolle zu bringen, die für sich selbst oder andere eine Gefahr darstellten, sagte Polizeichef Jim Noggle. Ob allerdings ein ausrastendes zehnjähriges Kind eine Gefahr für einen ausgebildeten Polizisten darstellen kann - diese und andere Fragen wird wahrscheinlich eine Untersuchung des Vorfalls klären müssen.
(via Süddeutsche Zeitung, thx!)
(Bild via Wikimedia Commons, thx!)
Annika Kremer am Donnerstag, 19.11.2009 20:54 Uhr
Richtig. Aber die Mutter wollte ja auch nicht zwangsläufig, dass ihre Tochter getasert wird. Ich denke, da hat der Polizist überreagiert. Aber mal eine Frage: Es ist gut eine Woche her. Wurde doch ein Disziplinarverfahren gegen ihn eröffnet? ...
@MrDraco Es kommt auf die Situation an...ob Reizgas oder Ohrfeige, beides kann/könnte u.U.für den Polizisten Folgen haben. Im hier geschilderten Fall war es nicht der Polizist der die Entscheidung traf sondern die Mutter des Kindes... ...
Hätte hier ein Polizist das Kind mit Reizgas besprüht, hätte er ein ernsthaftes Problem. Wieso? Höchstens weil er selber was abbekommen hätte. Vor Gericht wäre er besser weggekommen als mit einem Schlag/Ohrfeige oder einem Griff. Hier die Stimme der Profi ...
Der hier hatte wohl das Reizgas nicht mehr rechtzeitig gefunden. Ist schon krass mit den Minikillern die so einfach über unsere Ordnungshüter herfallen...:D Bei dem Teil hilft ...
Der hier hatte wohl das Reizgas nicht mehr rechtzeitig gefunden. Ist schon krass mit den Minikillern die so einfach über unsere Ordnungshüter herfallen...:D ...
Lars Sobiraj am 10.05.2012, 13:17 Uhr
Zoe.Leela ist Sängerin und eine engagierte Kritikerin der GEMA, die sich aus ihrer Position als Kreative heraus in der Urheberrechtsdebatte zu Wort meldet. In ihren "vier Thesen" behandelt sie unter anderem die mangelnde Transparenz, den undemokratischen Aufbau und die ungerechte Verteilung der Einnahmen der GEMA. Künstler, kleine Labels und Käufer seien die Verlierer, kritisiert sie.
Lars Sobiraj am 10.05.2012, 17:25 Uhr
Der Anbieter "TIME for kids" bezeichnet sich selbst als "langjähriger Vorreiter im Kinder- und Jugendschutz in Deutschland". Die Software des Unternehmens blockiert derzeit an diversen Schulen von Nordrhein-Westfalen den Zugang zum Wahlprogramm der Piraten. Die Webseite wurde von der automatischen Filtersoftware als möglicher Marktplatz illegaler Drogen ausgemacht und gesperrt.
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