
Mit dem Song "You Can´t Touch This" erstürmte der US-amerikanische Rapper MC Hammer vor mehr als einem Jahrzehnt die Charts. Der Track ist auch heute noch recht bekannt. Der Musiker selbst erlebte die Höhen und Tiefen der Branche. Er hatte alles und verlor es schließlich wieder. In einem Interview äußerte sich MC Hammer nun äußerst kritisch gegenüber der gegenwärtigen Musikbranche.
Der momentane Kurs der Labels im Kampf gegen Filesharer sei falsch. Natürlich gäbe es ein Problem mit der Piraterie. Und ebenso mit der Thematik Musik im digitalen Zeitalter. Nach Ansicht von MC Hammer, der mit bürgerlichem Namen Stanley Burrell heißt, sei der juristische Weg jedoch der Falsche. Die Recording Industry Association of America (RIAA) würde damit nur eines erreichen. Nämlich die eigenen potenziellen Kunden vertreiben. "Der Vorstoß der Musikindustrie im Kampf gegen Piraterie folgt einer falschen Strategie", so der Rapper gegenüber theage.com.au. Insbesondere die Internet Service Provider (ISP) nimmt er in Schutz: "Wenn ein Mörder seine Tat mit einer Pistole begeht, geht man dann zu demjenigen zurück, der dem Täter die Waffe verkauft hat, und verhaftet ihn? Nein, man tut das nicht. Man nimmt die Person fest, die die Tat begangen hat."
Dabei wendet er sich insbesondere an den australischen Internet-Provider iiNet sowie die Australian Federation Against Copyright Theft (AFACT), die sich im Streit befinden. Letztere werfen dem ISP vor, er würde Urheberrechtsverletzungen begünstigen, indem diese nicht gegen Filesharer vorgehen. "In diesem speziellen Fall", so MC Hammer, "stiehlt jemand Inhalte, indem er den kostenlosen Weg benutzt. Aber man kann doch nicht hergehen und diejenigen belangen, die eine Infrastruktur bereitstellen."
Seiner Ansicht nach sollten die Labels endlich damit aufhören, juristische Schritte zu erwägen. Stattdessen sollte man sich auf die Digitalisierung von Inhalten konzentrieren. Insbesondere der Verkauf von Musik an Jugendliche, die vielleicht nicht einmal mehr im Besitz eines CD-Players sind, sollte angestrebt werden.
Verständlich, da diese Generation die zahlende Kundschaft der Zukunft ist. "Digitale Musik ist ohne Zweifel nicht nur die Zukunft, sondern bereits die Gegenwart. Ich denke, dass [die CD] immer unbedeutender wird, [...]. Ich weiß nicht, was sie daran hindert, diese schreckliche Übung zu versuchen und das Paket zu öffnen. Es ist doch keine Kunst eine CD aus der Hülle zu bekommen [...], und sobald man das geschafft hat, geht man her, und lädt sie auf den Computer."
Ein Punkt, bei dem Hammer sicherlich nicht falsch liegt. Auch die Statistiken der Musikbranche belegen immer deutlicher, dass die Zahl an bezahlten Musikdownloads stetig wächst. Jahr für Jahr werden neue Rekorde in dieser Sparte eingefahren. Könnte es da nicht sein, dass die sinkenden CD-Verkaufszahlen kein reines Teufelswerk von Filesharern sind? Oder liegt es vielmehr auch daran, dass wir uns immer mehr auf ein digitales Zeitalter zubewegen?
(via theage, thx!)
(Bild via briansolis, CC-BY, thx!)
Klaus Müller am Dienstag, 17.11.2009 14:57 Uhr
Del ...
dass wir heute vermutlich nicht so weit wären, wenn der Typ mit dem Feuer damals das "Verfahren" patentiert und den Patentschutz "durchgesetzt" hätte. Etwas OT, aber das erinnert mich daran, was wohl passiert wäre, wenn der liebe Gott sich an die "Regeln" der mensch ...
Die entscheidende Frage ist: Wenn es irgendwann die Enterprise-Replikatortechnik für Endverbraucher gibt - werde ich dann eingesperrt, wenn ich meine Brötchen für den Eigenbedarf einfach kopiere, statt sie zu kaufen? Wenn es nach der Musikindustrie geht: Ja, weil ich nicht das Nutzungsrecht am B ...
Was ich mal wieder amüsant finde (und das zeigen Sephrons Beiträge ziemlich deutlich) ist die kuriose Art, wie die Musikindustrie hier das Problem angeht. Ich will gar nicht verneinen, dass Filesharing ein Problem für sie ist - das ist sie durchaus. Aber wie sie das angeht, ist durchaus lachhaft; ...
Beiträge von Kpt Planlos augeblendet. Versuche das mal mit Argumenten. Edith sagt: Ähm? Gruß Baer ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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