Es soll ein Netzwerk entstehen, das sich der Programmierung von Anwendungen widmet, die dem Wohle der Gesellschaft und beispielsweise dem Krisenmanagement bei Naturkatrastrophen und ähnlichen Notlagen dienen. Unter den Firmen, die daran mitarbeiten wollen, dieses Netzwerk zu bilden, sind die Giganten Google, Microsoft und Yahoo - sonst Konkurrenten, in diesem Fall Kooperationspartner für das gemeinsame Ziel. Unterstützt werden sie dabei auch von der Weltbank, der PR-Agentur SecondMuse und der US-Raumfahrtbehörde NASA. Die Idee für das Projekt kam den Managern der beteiligten Firmen, als sie an einer Konferenz für Rettungskräfte teilnahmen. Sie beschlossen, diese Dienste als Entwicklergruppe bei ihrer Tätigkeit zu unterstützen.
Zusammen organisierten diese Partner am vergangenen Wochenende das erste "Random Hacks of Kindness" Event. Auf diesem trafen zahlreiche Hacker und Programmierer zusammen, um "Probleme der realen Welt" zu lösen - beispielsweise, wie Menschen im Katastrophenfall an Informationen gelangen und Angehörige wiederfinden können.
Insgesamt entstanden rund ein Dutzend Anwendungen, die in Extremsituationen hilfreich sein und den Rettungskräften die Arbeit erleichtern sollen. Einige Projekte basieren auf Diensten wie Twitter oder dem Versand von SMS, um Informationen auszutauschen. Ein anderes befasst sich mit dem Aufbau einer Netz-Infrastruktur per WLAN wenn normaler Internetzugang nicht funktioniert. Andere Dienste basieren auf Map-Diensten und erlauben beispielsweise, einen mit Koordinaten versehenen Hilfreruf abzusetzen, indem man einen Punkt auf der Landkarte anklickt. Ein ähnlicher Dienst verwendet Foto-Handies, Maps und GPS, um den Schaden bei Waldbränden abzuschätzen und auf Karten einzutragen.
Den Preis für den besten Beitrag erhielt eine von NASA-Mitarbeitern dominierte Gruppe, die die "I'm OK"-App entwarfen. Diese ist dafür gedacht, Angehörige zu informieren, wenn das Handynetz überlastet ist.Sind Telefongespräche unmöglich, kann man mit einem Klick eine SMS, das man sich in Sicherheit befindet, an eine vorab definierte Gruppe von Kontakten verschicken.
Die NASA kündigte zudem an, geographische und sonstige Informationen ihrer Satelliten für Rettungsorganisationen zugänglich zu machen. Insgesamt vier Terabyte Daten über Temperaturen, die Zusammensetzung der Atmosphäre, Meeresströmungen und ähnliche Phänomene sollen den Rettungskräften am Tag zur Verfügung gestellt werden, zusammen mit speziellen Tools für deren Analyse.
Ein Ziel für die Zukunft: Die NASA soll eine bessere Programmierschnittstelle zur Verfügung stellen, damit ihre Informationen einfacher und effizienter genutzt werden können. Unterstützer des Projekts betonen, es handle sich um eine "perfekte Gelegenheit", die IT-Community zusammenzubringen, um den Umwelt- und Katastrophenschutz zu fördern. So könnten staatliche und private Experten zusammenarbeiten und neue Lösungen entwickeln. Das nächste "Random Hacks of Kindness"-Event ist für Anfang nächsten Jahres geplant. Wie durchschlagend und langanhaltend der Erfolg des Projekts letztendlich wirklich sein wird, kann momentan noch nicht abgeschätzt werden. Die Idee jedenfalls dürfte Technikliebhaber, Idealisten und Rettungsdienste gleichermaßen begeistern - und so womöglich auch dazu beitragen, der Informationstechnologie mehr gesellschaftliche Akzeptanz und Anerkennung zu verschaffen.
(via/Bildquelle: CNET News, thx!)
Annika Kremer (g+) am Montag, 16.11.2009 20:25 Uhr
Google, Microsoft und Yahoo arbeiten an einem gemeinsamen Projekt? Das heißt, es kann eigentlich kein Marketing Gag sein? ...
ein Hoch auf Annika! :D ...
Oft genug, aber zum Glück gibt's auch andere Fälle ;) ...
Huch, dass ich das noch erlebe ... Eine gute Nachricht ohne wenn und aber :T Ich dachte schon, only bad news is good news ...
Na das ist doch mal ein wirklich gutes Projekt! Vielleicht merken dadurch ja auch Schäuble und Konsorten irgendwann, wie nützlich das böse, böse Internet eigentlich ist... ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 14.05.2013, 13:52 Uhr
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags steht seit vielen Jahren den Bürgern und Gruppen für ihre Anliegen offen. Wir haben uns kürzlich mit einem der 80 Mitarbeiter des Hauses unterhalten. Da seit der Gründung nur sehr wenige Gesetzesänderungen durch Petitionen entstanden sind, wollen wir den Sinn dieser Institution hinterfragen. Dies ist vorerst der letzte Teil unserer Interview-Serie.
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.