
Die nach eigener Beschreibung "antifaschistischen Hacker" posteten Irvings E-Mails und Zugangsdaten für seine Website und seinen eMail-Account bei AOL auf Wikileaks. Dort veröffentlichten sie auch die eMail-Adressen und weitere persönliche Informationen - wie Namen, Telefonnummern und Anschriften - von Leuten, die auf Irvings Webseiten Spenden eingezahlt oder Bücher und Karten für seine Auftritte gekauft hatten.
Irvings Website ist bereits seit Freitag nicht zu erreichen. Gegenüber Wired: Threat Level erklärte er, die Behebung des Schadens könne einige Tage in Anspruch nehmen, weil sein Internetanbieter am Tag des Hacks mit Reparaturarbeiten begonnen habe, die sieben Tage dauern sollen und Irving den Zugang zu seinem Account erschweren.
"Wir haben auf jeden Fall ein vollständiges Backup", schreibt er. "Die Hälfte der Dateien [welche die Hacker] gepostet haben waren bereits auf der Website öffentlich erhältlich, wie das "Radical's Diary" ["Tagebuch eines Radikalen"]. Andere Einträge scheinen erfunden zu sein. Wir entschuldigen uns bei den vielen Leuten, die sich durch diese jugendlichen Cyber-Widerlinge eventuell gestört fühlen. Wir sind verblüfft, dass sie [die "jugenlichen Cyber-Widerlinge"] so verängstigt von der historischen Auseinandersetzung sind."
Mit der "historischen Auseinandersetzung" David Irvings haben allerdings noch andere als die Hacker Probleme. Deshalb werden die Orte seiner Auftritte im Vorfeld geheim gehalten, um zu verhindern, dass Gegner dort zu Protesten auftauchen. Unter den geleakten Dokumenten sind auch Gästelisten von geplanten Auftritten. Ticketbestellungen, die von Juden zu kommen scheinen, sind mit dem deutschen Wort "Achtung" versehen. In den E-Mails wird diskutiert, wie man unwillkommene jüdische Gäste austricksen könnte - etwa, indem man sie zu einem falschen Veranstaltungsort schickt.
Auch die Besitzer der Räumlichkeiten, in den Irving auftritt, wissen häufig nicht, wen sie da beherbergen. Für einen Auftritt in New York am vergangenen Samstag hatte ein Unterstützer des Holocaustleugners unter dem Namen "Michael Singer" die Räumlichkeiten der "Catholic Kolping Society of America" angemietet. Der Ableger deutschen Kolpingwerkes sagte die Veranstaltung sofort ab, nachdem er infolge des Hacks über den zu erwartenden Gast informiert worden war.
David Irving begann seine Karriere als anerkannter Historiker und Experte für den 2. Weltkrieg. Allerdings stellte sich bald heraus, dass er historische Dokumente gefälscht hat, um unter anderem die Opferzahlen des Bombenangriffes auf Dresden größer darzustellen, als sie tatsächlich waren. In den letzten zwei Jahrzehnten ist Irving dadurch aufgefallen, dass er die Rolle von Auschwitz als Vernichtungslager leugnete. In Österreich wurde er dafür zu drei Jahren Haft verurteilt, 13 Monate davon musste er tatsächlich im Gefängnis verbringen.
Quelle: Wired: Threat Level
Bild: "David Irving" unter Public Domain von Wikimedia Commons
Simon Jonas Hadlich am Sonntag, 15.11.2009 21:24 Uhr
@ Gravenreuth , mir ist die "Art" des Leugnens neu. In dem Post, der sehr neutral war fehlte mir eine Meinung dazu, da diese nicht selbstverständlich für jedermann/frau zu sein scheint. ...
Das man über den Zustand eines Gemäuers diskutieren möchte um zu "fragen" ob dort Zyklon B eingesetzt wurde ist Blödsinn. Habe ich gegenteiliges behauptet? :confused: Es ist genauso ein "Blödsinn" wie die Meinung, dass die Erde eine Scheibe ist ...
Ich finde den Hack vertretbar. Jemand der solche Äußerungen von sich gibt und gegen Juden hetzt der sollte die vollen 3 Jahre in Östereich absitzen und danach nochmal ordentlich den Hintern versohlt bekommen. Was geht denn in dem Kopf vor?? Ich finde es krank und abartig. Das man über den Zustan ...
Mal ein kurzes Statement zu den Sperren: Ob etwas gerade noch legal ist oder nicht spielt hier keine Rolle Es spielt auch keine Rolle, ob das nun alles eigene Meinung oder Dummheit oder beides ist Wer irgendwo Gast ist, der hat sich an die Hausordnung zu halten Wir wollen hier keine braunen Arg ...
"Demokratie" ist kein Ziel, das man einmal erreichen muß und dann bleibt der Zustand bis in alle Ewigkeit unverändert erhalten. Demokratie muß täglich verteidigt werden. Dazu gehört aber auch, gewisse Unzulänglichkeiten zu ertragen, weil die Menschen unzulänglich sind. Ungerechtigkeiten gib ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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