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Lieber für Downloads als für einen Stream bezahlen

Eine aktuelle Studie der britischen University of Reading ist zu dem Ergebnis gelangt, dass die meisten Studenten bezahlte Musikdownloads einem Stream vorziehen würden.

Rund 10.000 Studenten wurden befragt, was sie favorisieren würden. Bezahlte Musikdownloads, Musikstreams oder den physischen Erwerb einer CD im Geschäft. Die Antworten fielen höchst eindeutig aus. Rund 75 Prozent der Studenten erklärten, dass Musikdownloads für sie das Mittel der Wahl seien. Die Befragten erklärten dabei fast ausnahmslos, dass sie nicht bereit wären, Geld für einen Musik-Streaming Dienst zu bezahlen.

Vielmehr wolle man die Tracks bei einem Musikdownloadportal als Datei herunterladen, die man auch behalten und jederzeit anhören kann. Und das unabhängig davon, ob sich die Songs auf der Festplatte des PCs oder dem MP3-Player befinden würden. Die Studie beleuchtet dabei insbesondere die "DRM-Problematik". DRM steht für Digital Rights Management. Dabei handelt es sich um eine Kopierschutz-Technologie. Viele Kunden schreckte dies lange Zeit ab. Die Gründe dafür waren vielfältig.

Sobald Lizenzierungsserver abgeschaltet wurden oder man einen nicht DRM-fähigen MP3-Player besaß, sah man sich meist einem großen Problem gegenüber. Inzwischen sind nahezu alle großen Downloadportale DRM-frei. Nach Ansicht der Studie ein wichtiger Faktor, der insbesondere dem Marktführer iTunes zu seiner großen Beliebtheit verholfen hat. Ein weiteres Problem stellt sich jedoch nach wie vor, so die Studie. Der Preis für den Erwerb DRM-freier Tracks.

Tatsache ist, dass viele bereit sind, bei iTunes den Betrag von rund einem Euro pro Track zu investieren. Für ein aktuelles Album sind bei Amazon rund 7 Euro fällig. Viele investieren gerne in Musik, zumal der Download absolut legal ist. Und da laut Studie die Konkurrenz der Anbieter im Netz immer größer wird, gehen die Preise langsam aber stetig nach unten.

Als Beispiel dafür wird unter anderem "TunesPro" angeführt. Ein Sprecher der Seite erklärt deren Geschäftsmodell: "Wir haben gesehen, dass viele junge Menschen unsere Seite benutzen, da immer mehr und mehr Torrents oder P2P-Files Viren enthalten. Also muss auch unser Preis im Wettbewerb bei jungen Studenten mithalten, die eventuell weniger Einkommen als Vollzeitangestellte haben. Wir halten unsere Preise niedrig und konzentrieren uns darauf, Geld durch den Verkauf von vielen Tracks zu verdienen. Gegenwärtig verlangen wir 19 US-Cent pro Track und bieten einen weiteren 10-Prozent Bonus, wenn das ganze Album gekauft wird. Wir glauben, dass das viele junge Menschen von iTunes weglocken wird, die ja nahezu das Sechsfache verlangen."

Beim aktuellen Umrechnungskurs kostet eine MP3 bei TunesPro somit rund 13 Euro-Cent. Ein aktuelles Album kostet dort etwa 2,22 US-Dollar (1,48 Euro). Hier wird sehr schnell deutlich, dass bei Musikdownloads preistechnisch scheinbar viel Spielraum herrscht. Die zunehmende Konkurrenz auf dem Markt wird somit insbesondere für den Verbraucher seine Vorteile bringen. Die Preise für MP3s werden weiter fallen, bis sie ein Niveau erreicht haben, bei dem sich Preis und Leistung die Waage halten.

Die Musikwirtschaft darf sich dann vielleicht sogar über neue zusätzliche Einnahmen freuen. Bislang herrscht eine deutliche Auslese vor. Anstatt für viel Geld ganze Alben zu erstehen, picken sich die Konsumenten einzelne Werke aus dem Album heraus. Sollte es merklich billiger werden, so lassen sich vielleicht wieder mehr Käufer zum Download eines gesamten Albums statt einzelner Stücke hinreißen. 
Man sieht also, es ist durchaus möglich, den "bösen Filesharer" zum willigen Käufer zu machen. Mit Abmahnungen, Klageandrohungen und vierstelligen Kostennoten allein wird dies nicht gelingen. Mit einem fairen Angebot, für Käufer wie Verkäufer, schon viel eher. Eine DRM-freie MP3 für 13 Cent klingt wie ein fairer Deal. Lieber die Musikwirtschaft erhält diese vergleichsweise geringe Summe, als wenn die Musikfans weiter die illegalen Weiden und Wiesen des Netzes abgrasen. Wie schon die Studie zeigt bleibt es abzuwarten, ob solche Angebote wie PutPat, Spotify, Tape.tv & Co. wirklich den Markt umkrempeln können.

Wen wir auf den Geschmack bringen konnten, TunesPro bietet seine Dienste auch deutschen Kunden an. Deren Musikkatalog umfasst natürlich nicht so viele Werke, wie dies beispielsweise bei iTunes der Fall ist. Doch auch bekannte Interpreten wie Rammstein, BonJovi, Robbie Williams, Leona Lewis und viele weitere sind dort vertreten.

(via afterdawn, thx!)
(Bild via bridge, thx!)

Klaus Müller am Donnerstag, 12.11.2009 09:29 Uhr

Tags: musik stream studenten

vgwort
 
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49 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • quasimodo2000 am 18.11.2009 09:30:10

    Die Musikindustrie lernt etwas dazu ? Klar doch. :D Wenn etwas zu schön ist um wahr zu sein, dann ist es in 99,99% aller Fälle nicht wahr. Das sollte Gulli doch inzwischen wissen. ...

  • Roneem am 18.11.2009 09:11:04

    [QUOTE=Ghandy;12110591Prost Mahlzeit auf den Tod der Musikbranche oder was? Pfffff.Solange mehr Leute die Musik kaufen als runterladen,wird da schon keiner am Hungertuch nagen müssen.Ich glaube ich habe noch nie in den Nachrichten gehört das ein Musiker gestorben ist weil er sich kein Unter ...

  • Killigan am 18.11.2009 08:39:00

    Auch wenn's nix bringt aber mich amüsiertÄs trotzdem ;) Naja solange manche glauben das 13 Cent noch zu teuer sind braucht man darüber wohl nicht groß reden. Ein Album für 1,3 EUR oder ein einzelner Track für 13 Cent sind kaum Diskussiongrundlagen weil bei solchen P ...

  • TRON2 am 17.11.2009 20:59:27

    @859638419372324 Deine Äußerungen sind unangemessen. Sie bestehen fast nur aus Behauptungen und Unterstellungen. Das ist keine Grundlage für eine Diskussion und trägt zum Beitrag nichts weiter bei. Ich habe auch keine lust das richtig zu stellen. Du bist entweder unwillig oder unfähig zu verste ...

  • 859638419372324 am 17.11.2009 16:26:58

    Schön für den Künstler, der seine Alben weiterhin auf CD rausbringt, weil er daran mehr verdient, aber dumm für ihn, wenn sie keiner mehr kaufen will. Daher geht dein Post genau an dem Thema dieses Threads vorbei, weil hier Thema ist, dass Jugendliche lieber für Musikdown ...

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