
Die Musikindustrie hat in diesem Jahr ein Reihe von vielbeachteten Gerichtsverfahren gegen Filesharer gewonnen. Joel Tenenbaum und Jammie Thomas-Rasset wurden in den USA zu drakonischen Geldstrafen verurteilt. In Schweden wurden die Macher von The Pirate Bay sogar zu Gefängnisstrafen verurteilt. Und überall auf der Welt verschärfen Regierungen die Gesetze gegen Urheberrechtsverletzungen. Die Botschaft ist eindeutig: Filesharing ist ein gefährliches Hobby. Aber was kommt davon bei der Jugend an?
Schwedische Sozialwissenschaftler des "Cyber Standards" Forschungsprojektes haben 1000 Menschen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren befragt. Sie wollten herausfinden, wie sich die gesellschaftliche Einstellung zu Piraterie entwickelt, und ob die neue Gesetzgebung in Schweden zu einer Annäherung von gesellschaftlichen und rechtlichen Normen geführt hat.
Tatsächlich haben die Ereignisse der letzten Monate einen Einfluss auf die Einstellung der jungen Menschen gehabt. Der Anteil derer, die angaben, keine illegalen Downloads zu nutzen, stieg von 22 Prozent im Februar auf 39 Prozent im September. Der Kampf gegen die Piraten ist allerdings weiterhin so unbeliebt wie zuvor.
"Trotz der intensiven Bemühungen der Regierung in dem sechsmonatigen Durchführungszeitraum verharrt die gesellschaftliche Unterstützung von Urheberrechtsgesetzen in Bezug auf Filesharing weiterhin auf einem Rekordtief", kommentiert der Forscher Måns Svensson die Ergebnisse. "Die jungen Leute in der Studie empfinden keinen sozialen Druck, mit dem Austauschen aufzuhören, weder von Erwachsenen noch von Gleichaltrigen."
Die Forscher sehen darin ein Problem für die Durchsetzung der Gesetzgebung. Sobald die abschreckende Wirkung der großen Gerichtsverfahren verfliege, würden wieder mehr Jugendliche illegale Downloads nutzen.
"In Fällen, in denen das Gesetz nicht von gesellschaftlichen Normen getragen wird, ist es sehr schwierig, die Einhaltung aufrecht zu erhalten", sagt Svensson. "Menschen tendieren dazu, gesellschaftlichen Einflüssen eher zu folgen als dem Gesetzestext. In Bezug auf geistiges Eigentum und Urheberrechtsregelungen haben das Internet und Filesharing-Technologien neue Bedingungen geschaffen. In kurzer Zeit haben sich die gesellschaftlichen Normen in eine Richtung entwickelt, die das Gesetz kaum unterstützt."
Die Studie betont, dass die Gesetze nicht widerspiegeln, was von der Gesellschaft als richtig empfunden wird. Solange Menschen kein Unrechtsempfinden haben, wenn sie Musik oder Filme illegal herunterladen, sind große Opfer nötig, um das Gesetz aufrecht zu erhalten. In Deutschland sind Kampagnen wie "Raubkopierer sind Verbrecher" daran gescheitert, ein solches Unrechtsempfinden herzustellen. Die Opfer, die erbracht werden, um das Urheberrecht aufrecht zu erhalten, sind in Europa derzeit die Bürgerrechte, die verloren gehen, wenn Staaten Regelungen wie "Three Strikes" einführen.
Quelle: TorrentFreak
Simon Jonas Hadlich am Mittwoch, 28.10.2009 01:39 Uhr
Was legal und illegal ist, wird durch Gesetze und Richter bestimmt. Genau das haben sich die Leute, die für die NS-Gesetzgebung zuständig waren, auch gesagt. Deshalb ist in der Rechtstheorie weit verbreitet, dass Gesetz und Recht auseinander fallen kann (vgl. a ...
Was legal und illegal ist, wird durch Gesetze und Richter bestimmt. Wenn ich es moralisch vertretbar finde jemanden das Auto zu klauen,heißt das nicht,das es legal ist. Was legal und illegal ist, wird, wie du selbst sagst, von Menschen definiert und sollen die ...
Was legal und illegal ist, wird durch Gesetze und Richter bestimmt. Wenn ich es moralisch vertretbar finde jemanden das Auto zu klauen,heißt das nicht,das es legal ist. Du gehörst scheinbar zu den 98%, die meine Beiträge nicht verstehen. ...
Nur weil etwas illegal genannt wird, sollte man es nicht gleich sein lassen. Jeder sollte seine Moral einschalten und selbst bestimmen, was vertretbar ist und was nicht. Was legal und illegal ist, wird durch Gesetze und Richter bestimmt. Wenn ich es moralisch vertretb ...
Also sollte ich alles,was ich mir nicht leisten kann, illegal beschaffen dürfen oder wie? Verdreh hier bitte keine Aussagen :rolleyes: Nur weil etwas illegal genannt wird, sollte man es nicht gleich sein lassen. Jeder sollte seine Moral einschalten und selbst b ...
Lars Sobiraj am 10.05.2012, 13:17 Uhr
Zoe.Leela ist Sängerin und eine engagierte Kritikerin der GEMA, die sich aus ihrer Position als Kreative heraus in der Urheberrechtsdebatte zu Wort meldet. In ihren "vier Thesen" behandelt sie unter anderem die mangelnde Transparenz, den undemokratischen Aufbau und die ungerechte Verteilung der Einnahmen der GEMA. Künstler, kleine Labels und Käufer seien die Verlierer, kritisiert sie.
Lars Sobiraj am 10.05.2012, 17:25 Uhr
Der Anbieter "TIME for kids" bezeichnet sich selbst als "langjähriger Vorreiter im Kinder- und Jugendschutz in Deutschland". Die Software des Unternehmens blockiert derzeit an diversen Schulen von Nordrhein-Westfalen den Zugang zum Wahlprogramm der Piraten. Die Webseite wurde von der automatischen Filtersoftware als möglicher Marktplatz illegaler Drogen ausgemacht und gesperrt.
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