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Englische Polizei stalkt Demonstranten

Wer sich in England auf einer Demonstration sehen laesst, riskiert regelmaessige Kontrollen der Polizei. Einsatzkraefte notieren Kennzeichen, um die Fahrzeuge danach mit Hilfe der automatischen Nummernschild-Erkennung immer wieder zu kontrollieren.

Die automatische Nummernschild-Erkennung gehört in Großbritannien bereits zum Überwachungsalltag. Während die Technik in Deutschland nur anlassbezogen eingesetzt werden darf, schüchtert die Polizei auf der Insel damit systematisch politisch aktive Menschen ein. Dazu sammeln Einsatzkräfte auf Demonstrationen Kennzeichen-Nummern und speisen diese in die landesweite Nummernschild-Datenbank ein, zusammen mit weiteren Informationen - etwas, dass es sich um das Auto einer Person handelt, die eine Gefahr für die öffentliche Ordnung darstellen könnte. Die Daten werden dort fünf Jahre lang gespeichert. Wer einmal im System drin ist, wird immer wieder angehalten. Ein IT-Manager berichtet dem Guardian, er sei in zwei Jahren 25 mal angehalten worden. Auf Nachfragen habe er nur Ausflüchte zu hören bekommen: Es seien verdächtige Fahrzeuge in der Gegend unterwegs, oder dass man ein Auge auf besonders teure Fabrikate habe.

Der Mann hatte lediglich an einer Demonstration gegen Entenjagd teilgenommen. Laut Zeitungsberichtet verlief der Protest friedlich. Noch schlimmer kommt es, wenn Verdächtigungen hinzukommen. Zwei Personen, deren Auto mehrfach bei Anti-Kriegs-Demonstrationen auffiel, wurden ebenfalls angehalten und durchsucht. Begründet wurde die Maßnahme mit der britischen Anti-Terror-Gesetzgebung. Ihr Wagen stehe "in Verbindung" mit Ereignissen, die "Verbrechen, Unordnung und nennenswerten Materialaufwand" verursacht hätten. Ihre Einwände gegen das Vorgehen wurden zweimal von der Polizei-Beschwerdestelle abgeschmettert. Die Beamten hätten sich bei der Durchsuchung an staatliche Vorgaben gehalten.

Die Lehre aus diesen Vorkommnissen ist offensichtlich: Wer sich zivilgesellschaftlich engagiert, macht sich verdächtig. Die britische Polizei bestraft Personen aufgrund von losen Verbindungen zu legalen und demokratisch wichtigen Ereignissen mit regelmäßigen Einschüchterungsmaßnahmen. Das sind Vorgehensweisen, wie sie zum Alltag in einem diktatorischen Regime gehören. (Simon Columbus)
(via Ravenhorst, thx!)

Lars Sobiraj am Montag, 26.10.2009 22:36 Uhr

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11 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Tanto am 27.10.2009 18:21:57

    Die spinnen, die Briten. ...

  • MystiqueMax am 27.10.2009 17:13:39

    Also ich bin der Meinung... NEIN MAX kein Gedankenverbrechen, ich liebe den großen Bruder, gar keine Gedanken, keine Gedankenverbrechen Aber was ist.. NEIN MAX Der große Bruder war schon immer da und er ist die natürliche Form der Herrschaft. Keine Gedankenverbrechen Max, du denkst an gar nich ...

  • braunske am 27.10.2009 15:44:58

    gibts da eigentlich garkeine bewegung gegen die ganzen aktionen der regierung? ich meine, wenn das irgendein westliches land braucht, dann doch GB. in fast allen anderen ländern wird über sowas gescherzt und bei den briten ist das bereits real! aber nur von da hab ich noch nichts derartikes gehör ...

  • Pudelentkerner am 27.10.2009 15:30:13

    Ähm die Inselaffen stupid Brits sind auch die, die mangels wirklich schlechter Erfahrungen (vgl Deutschland) zuallererst die Scharia haben werden. Ja ist doch so. Das Geplänkel Polizeistaat vs freie Meinungsäusserung gehört unbedingt dazu. ...

  • Dv3000 am 27.10.2009 14:39:02

    Wir es Zeit den Baum der Freiheit zu gießen ? Ich könnte mir ehrlich gesagt ins Fäustchen lachen. Die Leute, die damals gesagt haben, dass diese ganze Scheiße einfach nur eine Verschwörungstheorie ist :rolleyes:. Erinnert mich an den Anfang von V wie Vendetta ^^ ...

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