
Journalistische Inhalte im World Wide Web werden immer zahlreicher. Was problematisch wird, ist die Finanzierung selbiger. Während Mediengiganten wie Rupert Murdoch von "Inhaltsdiebstahl" sprechen und mancher Verleger in Deutschland bereits ein "Leistungsschutzrecht für Verlage" (genauer für Informationen!) fordert, zeichnet eine Studie des Forsa-Instituts ein sehr kontroverses Bild vom "Online-Medienkonsumenten".
Im Rahmen der repräsentativen Umfrage, bei welcher 1.000 Internet-Nutzer befragt wurden, zeigten sich sehr deutliche Tendenzen. Nur 16 Prozent gaben an, grundsätzlich bereit zu sein, für Nachrichten, Reportagen oder Berichte zu bezahlen, die sie online vorfinden. Laut dem Vizepräsidenten des Branchenverbandes BITKOM, Achim Berg, sei das Ende der "Kostenloskultur", die im Internet vorherrscht, noch weit entfernt. Als besonders wichtig für Bezahlangebote stelle sich der Preis dar. Die Obergrenze liege momentan bei einem Euro, so das Ergebnis der Umfrage. Von den 16 Prozent die eine Zahlungsbereitschaft signalisiert hatten, wären ganze 93 Prozent bereits bis zu 10 Cent pro Artikel zu bezahlen. Immerhin jeder Zweite (56 Prozent) wäre sogar bereit, bis zu einen Euro pro Artikel zu zahlen.
Bemerkenswert ist auch, dass lediglich 12 Prozent der Befragten einen bezahlten Einzelabruf annehmen würde. Demgegenüber stehen magere vier Prozent, die eine "Artikelflatrate" im Sinne einer monatlichen Pauschalgebühr zahlen würden. Wie man also deutlich erkennt, ist die Zahlungsbereitschaft für Artikel grundsätzlich stark zurückhaltend. Insbesondere ein pauschales Abo scheint auf breite Ablehnung zu stoßen. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Eine mögliche Option wäre, dass die Leser nicht bereit sind, sich im digitalen Zeitalter per Abo an eine einzige Informationsquelle zu binden. Durch den breiten Informationsfluss ist eine Meinungsbildung - so positiv oder negativ dies auch geschehen mag - erheblich erleichtert worden, da sich schnell ein Vergleich aus verschiedenen Quellen ziehen lässt.
Ob die Leser diesen "Transparenzeffekt" einfach so aufgeben werden? Wir möchten die Frage in der Diskussion an unsere Leser weiterreichen. Ist ein bezahltes "Lese-Model" die Zukunft des Journalismus, oder schreckt dies mehr Leser ab, als es gewinnt? Welche Möglichkeiten sind vorstellbar? (Firebird77)
(via futurezone, thx!)
(Bild via bitkom, thx!)
News Redaktion am Sonntag, 11.10.2009 17:40 Uhr
Finde ich auch. Ich finde die geplanten "Premium-Angebote" der Zeitungen total überteuert. Vor allem, weil die Artikel unterschiedlicher journalistischer Qualität sind. Vielleicht wird es aber auch die Zukunft sein, immer mehr Tageszeitungen virtuell gegen einen geringeren Preis als am Kiosk anzu ...
Ich würde mit Freuden für journalistische Glanzleistungen bezahlen. Allerdings nur ein Mal und nicht gleich 1€ für ein paar hundert Worte. In jedem Buch bekomme ich mehr fürs Geld ;) Wenn man ein unkompliziertes Abrechnungssystem einführen würde, wäre das sicher auch gut akzeptiert. Einfac ...
Egal, wie es ausgeht. Entweder bleiben Informationen frei oder eine Download-Rubrik kommt demnächst hinzu ("Newspaper torrent Section).^^ ...
Journalismus bestand vor dem Internet daraus, Informationen zu sammeln, zu verarbeiten und zu verkaufen. Wovon sollen die Zeitungen die Journalisten bezahlen, wenn kaum noch jemand Printmedien kauft? Richtig! Sie könnten sich durch Werbung finanzieren; aber die gibt es in der gedruckten Zeitung auc ...
Es gibt genug "freie Information" im Netz! Natürlich gibt es auch die jeweils "gefärbte" Info von Verlagen (Zeitungsangebote, Short-News-Artikel, etc.) zur Verfügung. Jeder sollte grundsätzlich frei entscheiden, welche Info welchen Wert hat. Wenn jemand für eine Dienstleistung zahlen möchte, ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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