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Cyber-Krieg im Iran: BBC beschreibt wiederkehrende online Attacken

Die Proteste und die Gewalt auf den Straßen im Iran gehen weiter. Aber auch online tobt eine Art Cyber-Krieg: Angriffe und Gegenangriffe im Internet begleiten die Unruhen nicht nur im Iran.

Auf BBC Radio gibt es eine Sendereihe, die sich "Digital Planet" nennt. Hier werden regelmäßig Phänomene aus der digitalen Welt diskutiert.

Die letzte Ausgabe der Sendung beschäftigte sich u.a. damit wie die aktuellen politischen Unruhen im Iran nach der vermeintlich manipulierten Wahl auch im Internet ihre Fortsetzung findet. Hierbei stößt der Sender auf eine Art Regelwerk des Cyber-Krieges.Eine Gruppe von Pro-Reformern hat z.B. gezielt versucht, die iranische Website des Präsidenten Ahmadinejad zu attackieren, während der Staat weiterhin die Bekämpfung der sozialen Netzwerke vorantreibt, Blogger unterdrückt oder das mobile Funknetz im Land stört, um den Informationsfluss zu brechen. Das BBC-Team von "Digital Planet" sprach mit dem Journalisten Cyrus Farivar, der kürzlich an der internationalen Konferenz zur Bekämpfung von Cyber-Kriegsführung in Tallinn (Estland) teilnahm, über das globale Phänomen und die Ähnlichkeiten von Cyber-Attacken. Es gab eine Menge Aktivitäten im Iran, um den Widerstand gegen die Regierung zu organisieren. Sehr derbe Cyber-Angriffe trafen die Websites der Gegner des reformorientierten Kandidaten Mousavi und die Website von Präsident Ahmadinejad. Auch andere Angriffe gegen iranische Regierungs-Webseiten wurden als Möglichkeit genutzt, den Protest deutlich zu machen, sagte Farivar sinngemäß. "Diese Art von Angriffen sind eine Miniatur-Version von anderen Arten von Cyber-Attacken, die schon seit vielen Jahren rund um die Welt stattfinden", sagte er.

Das kleine Einmaleins des Cyber-Krieges:

- Nutzen und Blockieren von sozialen Netzwerken (facebook, twitter, YouTube u.s.w.)

Maßnahmen: Der Geheimdienst löscht IPs, die mit bestimmen Hashtags (#iranelection) gekennzeichnet sind, er macht Fake-Accounts auf und berichtet Falsches (Tarnen und Täuschen), Blogeinträge werden auch in ausländischen Medien verfolgt, die folgenschweren Verlinkungen führen zu schreibenden Bloggern im Land und bedeutet deren Verfolgung

Gegenmaßnahmen: Neue IPs (z.B. aus Twitter) werden im Ausland eingerichtet und unter den Leuten im Iran verteilt, Nutzer in anderen Ländern können ihre Kennung so ändern, dass alle zu Iranern werden, somit wird es für die Sicherheitskräfte viel schwieriger die Twitterer zu erwischen. Dazu auch ein Artikel auf BoingBoing und in der Morgenpost.

- Angriffe gegen einzelne Internetseiten

- Blockieren des Mobilfunknetzes

- Blockieren von einzelnen Internetdiensten

Als Estland 2007 gezielt mit einer russischen Cyber-Attacke aus einem Botnet getroffen wurde, lag die Web-Infrastruktur am Boden. Nach dieser Erfahrung wurde die Organisation Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence gegründet, die zukünftig die Cyber-Verteidigung der NATO sicherstellen soll. 2007 wurden eine ganze Reihen von Websites von estnischen Banken, Medien und andere Hauptschlagadern im Netz für Wochen ausgeknipst. Der Angriff aus Bot-Netzen zählt spätestens seit dieser Attacke zum Instrument des Cyber-Krieges.

Der estnische Präsident Toomas Hendrik Ilves war gerade auf einer kurzen Tour durch die Vereinigten Staaten, wo er auch mit Präsident Obama in Washington Cyber-Fragen diskutierte. Tatsächlich sah sich das Land einem "Angriff" ausgesetzt, den der Präsident Ilves schließlich nutzte, um das oben erwähnte Center einzurichten. Die NATO wurde seiner Notwendigkeit überzeugte und stimmte dem Vorschlag zu.

Eine der wichtigsten Fragen im Cyber-Krieg ist seine eigentliche Definition, was es eigentlich bedeutet. Was ist Cyber-Krieg wirklich?

"Nach der estnischen Angriff gab es viel rhetorisches Gerede um Cyber-Krieg, digitales Pearl Harbour, Cyber 9 / 11, solche Art von hyperbolische Phrasen", sagte Farivar. "Wir müssen sehr vorsichtig sein, wie wir diese Art von Themen beschrieben, denn wenn man von Krieg spricht, hat dieser eine sehr spezifische Definition in einem politischen und rechtlichen Kontext." Und weiter..."Sollten wir Artikel fünf der NATO-Charta anwenden? Die besagt, dass ein Angriff auf ein NATO-Land einem Angriff auf alle NATO-Staaten gleichkommt? Und sollten alle NATO-Staaten dann einen Gegenangriff gegen eine unbekannte Einheit im Cyberspace führen?" , fragte er.

Wohl kaum, aber sicher ist, dass man die Verteidigungsmaßnahmen längst auf die digitale Welt ausgedehnt hat. Schon die Einführung des ARPA Netzes in den 60er Jahren, dem Vorläufer des Internets war mit seiner dezentralen Struktur nur deshalb entstanden, weil man bei einem russischen Erstschlag die amerikanischen Atombomben auch von einer anderen Stelle aus kommandieren wollte. Ein militärischer Verteidigungsgedanke führte schließlich erst als Nebenprodukt zum heutigen Internet (Mythos der Entstehungsgeschichte).

Das große Einmaleins des Cyber-Krieges, für den die USA nun die Einheit "CyberCommand" ins Leben ruft:

- Spionage üder das Internet

- Der Angriff über das Botnet (DDoS-Attacken)

- Lahmlegen kritischer Infrastrukturen wie Strom- und Telefonnetze

Hier versprechen deutsche Studenten der Universität Bonn eine Gegenmaßnahme. Deren Technik erlaube es, das feindliche Netz aufzudecken, es zu übernehmen und gegen den Sender einzusetzen (leider gibt die BBC keine Quelle an).

Was dem Cyber-Krieger recht und billig ist, stößt in der realen Welt auf ganz solide Probleme. Wer ist rechtlich und politisch in der Lage einen solchen Gegenangriff zu billigen und zu beauftragen? Die technologischen Realitäten stolpern in der realen Welt. "Die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen, die es auf der ganzen Welt gibt, hinken dieser technologischen Realitäten hinterher", fügte Farivar hinzu. Fortsetzung folgt. (Christian Schmidt-David alias double screening)

(via BBC News Danke!)

News Redaktion am Donnerstag, 25.06.2009 14:31 Uhr

tagsTags: ddos iran cyber command 2007 cyber cyrus farivar digitale welt estland krieg tallinn usa botnet attacke angriff

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9 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Lucky_Skywalker am 28.06.2009 03:36:08

    http://derstandard.at/fs/r1244460821065/Infowar-Iran Und daß Mousavis Anhänger, die größtenteils in den Städten leben, ebenfalls all ihre technischen Möglichkeiten ausspielen ist ebenso realistisch und g ...

  • dealertomasheck am 25.06.2009 19:20:23

    Oh nein das Sommerloch ist da. Asl ob der iranische Bauer Zugang zum Internet und den "bösen" bloggern hätte die sich kritisch zu der Regierung äußern. Diese kleinen schreiberlinge haben so gut wie garkeine mediale reichweite. Man kann nur vermuten, daß du hier etwas ve ...

  • cleanAir am 25.06.2009 18:17:07

    Oh nein das Sommerloch ist da. Ich plädiere für die löschung dieses Artikels er blamiert diese Website aufs schäfste. Besonders dieser Blogger und Störer Abschnitt. Asl ob der iranische Bauer Zugang zum Internet und den "bösen" bloggern hätte die sich kritisch zu der Regierung äußern. Die ...

  • Shodan_v2-3 am 25.06.2009 16:07:24

    Hier versprechen deutsche Studenten der Universität Bonn eine Gegenmaßnahme. Deren Technik erlaube es, das feindliche Netz aufzudecken, es zu übernehmen und gegen den Sender einzusetzen (leider gibt die BBC keine Quelle an). Das würde mich ja mal brennend interessieren, ...

  • am 25.06.2009 14:15:05

    next one, ich habe da btw nix mit am hut :P bin nur bei HoH bei den Spezies :P ########### A message from *********** to all members of German Hackers on House of Hackers! all my sites in youtube are yours pherdinand1 areweawebfamily masterguruful randomchiful thebandofwomens except the bandofkid ...

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