
Kinofilme können in Zukunft DRM-geschützt an die Kinos ausgeliefert werden, welche dann entsprechende Schlüssel erhalten, die ihnen zeitlich beschränkt ermöglichen, die Filme vorzuführen - nicht aber, um ungeschützte Daten zu kopieren oder anderweitig auszulesen. Einen entsprechenden Standard hat die Digital Cinema Initiative im März bekanntgegeben, welcher auch die großen Filmgesellschaften Disney, 20th Century Fox, MGM, Paramount, Sony Pictures Entertainment, Universal und Warner angehören.
Versachlüsselt werden die Filme mit AES-128, einem bisher als sicher geltenden Verschlüsselungsstandard. Um den Knackaufwand hoch zu halten, wird jeder Frame einzeln verschlüsselt - selbst wenn einer der Keys per Brute Force oder mit einer anderen Methode geknackt werden würde, könnten die Ripper nur einen einzigen Frame des Films auslesen, so Brian Claypool, Produktmanager der Herstellerfirma digitaler Projektoren, die inzwischen in zwei Dritteln der US-Kinos im Einsatz sind.
Damit solle den Releasern ein endgültiger Riegel vorgeschoben werden: Auf dem Weg vom Studio bis hin auf die Kinoleinwand soll so eine mit starker Kryptografie geschützte Distribution lückenlos etabliert werden.
"Revenge of the Sith" würde entsprechend auf einer Festplatte verschlüsselt an die Kinos ausgeliefert, der Schlüssel werde seperat geliefert und böte keinen Zugriff auf decodierte Daten, sondern sage nur dem Projektor, "es sei OK, den Film vorzuführen", so der Präsident der Technicolor Digital Cinema, Ahmad Ouri.
Zusätzlich solle eine Wasserzeichentechnik zum Einsatz kommen, welche das Ermitteln von Lecks in den Vertriebswegen ermöglichen soll. Digitale Kopien sollen so zu ihrer Quelle zurückverfolgbar sein.
Die digitale Distribution wird auch in Europa inzwischen zum Standard: Vorreiter ist Irland, wo die Kinos in Zukunft flächendeckend per Satellit mit Filmen versorgt werden sollen.
Es ist zu erwarten, dass die Releasecrews auch in den Studios und den Datencentern, wo Filme verschlüsselt werden, ihre Quellen haben werden - entsprechend ist anzunehmen, dass in der Folge einmal mehr die kleinen, unabhängigen Kinos die Leidtragenden der nächsten Generation von Kopierschutz im Kinogeschäft sein werden - teure, neue Projektoren müssen angeschafft werden, die Abhängigkeit von den großen Filmstudios steigt ebenso wie die von den Herstellern der Projektoren: die Standards sollen nicht offengelegt werden, entsprechend kommen entweder teure Lizenzierungen auf die Hersteller zu oder werden sich Oligopole weniger Produzenten bilden, von denen ebenfalls bekannt ist, dass sie nicht zu niedrigen Preisen führen. Wer die Kosten letztendlich trägt, ist klar. Offene Standards kämen jedoch nicht in Frage, so Claypool: "Je weniger die Leute wissen, desto besser."
15.5.2005
News Redaktion am Dienstag, 23.08.2005 16:59 Uhr
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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