
Die Werbung soll Aufmerksamkeit für das Problem häuslicher Gewalt erregen. Solange keiner der Menschen in der Bushaltestelle das Plakat anschaut, zeigt es einen Mann, der seine Frau schlägt. Sobald allerdings einer der Wartenden seine Augen auf die Szene richtet, zeigt die Tafel das Bild eines glücklichen Pärchens.
Damit soll die Bedeutung des Spruches "Es passiert, wenn niemand hinschaut" vermittelt werden. In der Tat handelt es sich bei der Installation der Agentur Jung von Matt um eine beeindruckende Anwendung neuester Eye-Tracking-Technologie. Diese scannt die Umgebung des Plakates und misst die Augenbewegungen der Passanten. Stellt sie fest, dass jemand das in Richtung des Photos blickt, ändert sich die Anzeige.
Allerdings wird es wohl bei der einmaligen Umsetzung in einer Hamburger Bushaltestelle bleiben. Experten zufolge soll die Werbeagentur das Projekt vor allem für Amnesty International entwickelt haben, um damit Preise zu gewinnen. Das ist bereits geglückt: In den letzten Tagen wurde "das erste Plakat, dass auf Menschen, die es anschauen, reagiert" in Cannes mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet.
Während in diesem Fall der Einbau von Kameras in Werbetafeln fast schon einen künstlerischen Aspekt hat, gibt es auch ganz andere Ideen, was sich mit solcherlei Technologie anstellen ließe. So wird bereits an Kameras gearbeitet, die Passanten in Zielgruppen einteilen können sollen. Damit ließe sich also von der Rolex-Werbung für den vermögenden Geschäftsmann in Sekundenschnelle auf die Ankündigung des nächsten Tokio-Hotel-Konzertes umschalten, sobald ein Pulk pubertierender Teenager vorbeizieht.
Meinung: Wer noch einen Moment länger über diese Technologie nachdenkt, wird sich sehr schnell an die Teleschirme aus George Orwells "1984" erinnert fühlen. In der Tat spielen diese Werbetafeln in der gleichen Liga wie jene britischen Überwachungskameras, die automatisiert Bürger zur Ordnung aufrufen sollen. Man sollte sich hier nicht damit trösten, dass es lediglich um Werbung geht - an dieser Stelle wird eine komplexe und mächtige Überwachungsinfrastruktur in den Händen der Privatwirtschaft geschaffen. (Simon Columbus)
(via Gizmodo, thx!)
News Redaktion am Samstag, 27.06.2009 19:42 Uhr
yeah! ein schritt mehr zum AR-Spam (siehe futurama: my god, it's full of ads!) ...
Werden Riesenbildschirme nicht schnell geklaut, wenn man sie in einer Bushaltestelle aufhängt? Das dacht' ich mir auch schon...oder ob nicht iein Depp die Dinger kaputt macht!? ...
Pft da braucht man doch Augenscanner.... http://board.gulli.com/thread/1398954-mobilfunk-ab-2010-alle-handys-mit-rfid-chip ...
Das war auch das Erste, was mir einfiel Dito! (Minority Report) ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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