
Nach wie vor ist es nach Ansicht von jugendschutz.net Aufgabe der Provider, Kindern (und nach Möglichkeit auch allen anderen) den Zugang auf Material im Netz zu verwehren, den die Sittenwächter für "entwicklungsschädigend" halten, und dabei sollten nach Ansicht Friedemann Schindlers von jugendschutz.net die Provider noch stärker an die Kandare genommen werden. Obgleich man inzwischen auch im Ausland wachsende Bereitschaft beobachte, das deutsche Netz nach den Wünschen der Jugendschützer schönzufärben, solle man daher verstärkt über providerseitige Sperrungen gewisser Netzinhalte diskutieren, so Schindler auf den Münchner Medientagen.
Glücklicherweise ist die Netzzensur eine "Sysiphosarbeit", wie der Vorsitzende der Kommission für Jugendmedienschutz Wolf-Dieter Ring bestätigte, die Zahl der Indizierungsverfahren im laufenden Jahr bewegt sich nach seinen Angaben im dreistelligen Bereich.
Naziangebote würde man auch in den normalerweise mehr Wert auf Redefreiheit legenden USA inzwischen zügig aus dem Netz bekommen, 80% der entsprechenden Seiten seien nach Benachrichtigung durch die deutschen Jugendschützer von ihren Providern gekickt worden. Dass man die braune Ideologie zumindest im Netz nicht mehr zu Gesicht bekommt und entsprechend auch weniger dazu neigt, sie als das Problem zu erkennen, welches sie nach wie vor darstellt, ist in den Augen der Jugendschützer offenbar ein Erfolg.
Ansonsten gilt der Kampf der Sittenwächter natürlich einmal mehr der Pornografie. Auch hier sei man mit dem Verhalten zahlreicher Provider eher unglücklich und sieht im selbstbestimmten Umgang der Eltern mit dem Problem offenbar keine akzeptable Lösung. Aufforderungen an Eltern, entsprechende Kindersicherungen lokal zu installieren, seien "inakzeptabel" - unter der Komplettzensur der ungeliebten Inhalte geht es offenbar nicht, wenn man dem Willen der Jugendschützer entsprechen will.
Neben den Suchmaschinen sind somit auch die Jugendschützer nach wie vor dabei, das Netz fleißig schönzufärben und die User zu entmündigen. Dass Menschen selber bestimmen wollen, was wer auf ihren Maschinen zu sehen bekommt, scheint für die Sittenwächter ebensowenig nachvollziehbar zu sein wie die simple Tatsache, dass keine Nazis dadurch verschwinden, indem man ihre Seiten aus dem Netz ausblendet. Warum Internetzensur Unsinn ist, wird dem interessierten Leser auf gulli.com an anderer Stelle ausführlich erläutert.
News Redaktion am Freitag, 28.10.2005 11:30 Uhr
Lars Sobiraj am 04.02.2012, 11:32 Uhr
Während Die Linke zur Teilnahme an einem europaweiten Aktionstag gegen ACTA aufruft und Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger die Kritik am internationalen Handelsabkommen zurückweist, führte der Jurist Jens Ferner eine ausführliche Analyse jedes einzelnen Artikels durch. Wir fragten ihn, wie gefährlich ACTA tatsächlich ist. In welchem Rahmen bedroht dieses Abkommen unser aller Freiheit?
Lars Sobiraj am 09.02.2012, 11:40 Uhr
In der südenglischen Grafschaft Sussex ereignete sich letzten Monat ein Fauxpas der besonderen Art. Statt einen Einbrecher zu fassen, jagte ein Polizist mit Hilfe von Kameras für etwa 20 Minuten sich selbst. Sein Kollege an den Monitoren hatte ihn nicht erkannt und fand sein Verhalten sehr auffällig. Der beobachtete Mann habe auf heißen Kohlen gesessen, weswegen er dringend tatverdächtig sei.
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