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Europäische Verbraucherschützer gegen digitale Rechtebeschneidung

Ende der Kunden - Kriminalisierung gefordert

Auf europäischer Ebene haben sich zahlreiche Verbraucherschutzverbände zusammengeschlossen, um zum Schutz der digitalen Rechte der Konsumenten aufzurufen und gegen die zunehmende Kriminalisierung legaler und legitimer Kundenwünsche zu protestieren. Unter dem Dach der Consumers Digital Rights - Website bietet der Europäische Verbraucherschutz nun ein Infoportal an, welches die User über ihre Verbraucherrechte aufklärt, zahlreiche Stimmen gegen die zunehmende Rechtebeschneidung der Konsumenten sammelt und die dringend notwendige Aufklärungsarbeit gegen die Kriminalisierungskampagnen der Medienproduzenten leistet - bislang leider nur in Englisch. Aus Deutschland sind an den Verband die Verbraucherzentrale Bundesverband sowie die Stiftung Warentest angeschlossen.

Dabei schlagen die Verbraucherschützer erfreulich klare und scharfe Töne an: die Kriminalisierung des Kopierens von Medien müsse gestoppt werden. Die Medienunternehmen würden Regelwerge erstellen, was ihren Kunden in der digitalen Welt nun alles verboten werde; den Kunden würden dagegen mit dem Kauf von DVDs und CDs keinerlei Rechte mehr eingeräumt, außer einigen wenigen, die großzügiger- und ausnahmsweise noch gestattet seien, so auf der Startseite. Die Industrie versteckt sich hinter den Künstlern, die zu verteidigen sie vorgibt, und entfremdet sie von ihren Fans und Anhängern.

Neben umfangreichen rechtlichen Informationen stellen vor allem die Tests der europäischen Verbraucherschützer eine lohnenswerte Lektüre dar: anschaulich wird dargestellt, dass die zahlreichen proprietären Schutzmaßnahmen der Labels das Abspielen legal erworbener Files auf immer mehr Geräten unmöglich macht und eine Zukunftssicherheit der gekauften Files in keiner Weise gewährleistet ist. Auch mit dem Märchen, die Labels hätten umfangreiche Kataloge zum digitalen Medienerwerb zur Verfügung gestellt und seien eine vollwertige Alternative zu den kriminalisierten Tauschbörsen mit ihrem vielfältigen Angebot, wird nachhaltig aufgeräumt.

Zu guter Letzt stellen die Verbraucherschützer einen Katalog von Mindeststandards auf, der für Kunden im digitalen Medienzeitalter gelten solle. Dieser umfasst beispielsweise Möglichkeiten des Fair Use, das Recht zur Privatkopie, die Möglichkeit, defekte oder mangelhafte digitale Produkte zurückzugeben oder umzutauschen und die Rechte der freien Technologienutzung und Meinungsäußerung. Sahnehäubchen: die verschiedenen Leermedien- und Gerätegebühren seien nach Ansicht der Verbraucherschützer vollkommen ungerecht und sollten zügig ersatzlos gestrichen werden.

In Deutschland klärt mit iRights schon seit längerer Zeit das Verbraucherschutzministerium über die digitalen Rechte der Bürger auf. Dass Initiativen wie iRights oder die nun erfolgte europaweite Kampagne tatsächlich Wirkung erzielen, kann aber bezweifelt werden. iRights musste sich bereits einem umstrittenen Linkverbot beugen, und dass sich die Labels einen Dreck um Verbraucherwünsche und -rechte scheren, zeigen die heutigen Geschehnisse rund um Sonys DRM-Malware aufs deutlichste. Eine Aufklärungskampagne allein tut einfach noch nicht weh genug.

News Redaktion am Donnerstag, 10.11.2005 17:25 Uhr

tagsTags: filesharing copyright verbraucherschutz irights.info digitale rechte

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