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Frankreich: Loi HADOPI wird sehr teuer!

Die französische Tageszeitung "La Tribune" brachte gestern eine interne Studie über die Folgen der Umsetzung des geplanten Loi HADOPI-Gesetzes (ehemals Three-Strikes) ans Tageslicht. Über 100 Stellen müssten demnach neu eingerichtet, alleine 26 Richter zusätzlich eingestellt werden. Man erwartet rund 50.000 Urheberrechtsverletzungen pro Jahr, die inklusive Widerspruch durchschnittlich jeweils 45 Minuten Bearbeitungszeit in Anspruch nehmen werden.

Noch vor zwei Jahren ergingen an den französischen Gerichten lediglich 240 Verurteilungen wegen Fälschungsdelikten, nur die Hälfte davon betraf das Internet. Wenn das neue Gesetz wie geplant kommen sollte, wird es den französischen Steuerzahler teuer zu stehen bekommen. Geplant sind fünf neue Artikel im Strafgesetzbuch, die das Beschaffen der Raubkopie als Fälschungsdelikt einstuft.

Die französischen Verfassungsrichter hatten das automatisierte Verfahren nach Vorbild des Three-Strikes-Modells inklusive der Sperrung der Internet-Zugänge ohne richterlichen Beschluss gekippt. 250.000 Internet-Sperren pro Jahr hatte man angedacht. Das automatisierte Verfahren soll nun durch ein manuelles Verfahren ersetzt werden.

Den Richtern wird erlaubt, in einem nicht öffentlichen Eilverfahren je nach Schwere der Vorwürfe hohe Geld- und Gefängnisstrafen zu verhängen. Auch der Internet-Zugang darf für bis zu 12 Monate gekappt werden. Die Kosten für den ISP fallen weiterhin an, der Verurteilte darf natürlich keinen neuen Vertrag abschließen. Geschätzte 50.000 neue Fälle kommen auf die Mitarbeiter und Richter pro Jahr zu. 80% der Fälle würden weniger schwer wiegender Natur sein. Dann wird lediglich ein Bußgeld gegen die Tauschbörsenbenutzer ausgesprochen.

Die Studie besagt: 109 neue Stellen müssen her, alleine 26 neue Richter würden sich dann mit den Straftaten befassen. Bis Ende Juli soll das neue Gesetz durchgepeitscht werden. Sicher ist dies aber noch nicht, auch der neue Entwurf ist laut einer Einschätzung des Staatsrats in mehrfacher Sicht nicht gänzlich konform zur französischen Verfassung. Sollte das Web wirklich kein rechtsfreier Raum sein, so betrifft dies nicht nur seine Bürger, sondern auch den Staatspräsidenten und die Regierung selbst.

(Ghandy)

(via la tribune.fr & futurezone.ORF.at, merci!)

News Redaktion am Mittwoch, 01.07.2009 15:16 Uhr

tagsTags: three strikes gesetz loi hadopi la tribune

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21 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Dradka am 01.07.2009 21:21:13

    Ziel dieser und ähnlicher gesetze ist nicht die verurteilung von tätern sondern die massive einschüchterung und abschreckung von otto-normal-bürgern. Es werden nur ein paar größere und auch gezielt kleinere Fischchen aus dem Filesharer-Teich geholt und in aller öffent ...

  • Shadowrunner200 am 01.07.2009 20:55:45

    Ziel dieser und ähnlicher gesetze ist nicht die verurteilung von tätern sondern die massive einschüchterung und abschreckung von otto-normal-bürgern. Es werden nur ein paar größere und auch gezielt kleinere Fischchen aus dem Filesharer-Teich geholt und in aller öffentlichkeit richtig in die ...

  • Duckmichweg am 01.07.2009 20:52:47

    und man glaubt wirklich so Millionen Neue Käufer zu gewinnen..........wie soll das gehn, wenn erstens man im Knast sitzt und zweitens man keine Knete mehr hat (selbst wenn man wollte) sich mit aktuellem Stuff ein zudecken. Vom Imageverlust kaum zu schweigen. ...

  • Gummiman am 01.07.2009 20:22:54

    und man glaubt wirklich so Millionen Neue Käufer zu gewinnen..........wie soll das gehn, wenn erstens man im Knast sitzt und zweitens man keine Knete mehr hat (selbst wenn man wollte) sich mit aktuellem Stuff ein zudecken. Herr lass Hirn vom Himmel regnen:D ...

  • user124 am 01.07.2009 19:21:52

    wenn so viele urteile gegen bürger erwartet werden zeigt das nur das die gesetze wirklichkeisfremd und nicht nach dem willen des volkes beschlossen und durchgesetzt werden. und das mit konstrukten wie "eine (digitale) kopie soll als fälschung klassifiziert werden". ...

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