Das kann es wohl - auch wenn man denkt, eine virtuelle Unterschrift bewege nicht viel. Die Öffentlichkeit ist dominiert von der Propaganda der Verwerterindustrien, die ständig und unwidersprochen bei wachsenden Gewinnen ihre Kunden kriminalisieren. Wenn mehr Kampagnen dieser Art von immer mehr Leuten gesehen werden, dann wird dieser Dominanz in der Öffentlichkeit etwas entgegengesetzt - dass alle auf der Seite der Verwerter stehen, kann immer schwerer unwidersprochen behauptet werden.
Aber natürlich steht es euch offen, fantasievolle und kreative andere Protestformen zu ersinnen und anzuwenden...
Fairsharing.de ist eine Kampagne zur Entkriminalisierung von Tauschbörsennutzern und zum Stopp der immer weiter um sich greifenden digitalen Überwachung und Kontrolle, zu der ein immer restriktiver gehandhabtes digitales Rechtemanagement zwangsläufig führen muss.
Die Gruppe setzt sich mit einer Unterschriftenaktion für die Legalisierung von Filesharing bei gleichzeitigem Einführen einer Kulturflatrate ein. Unter den Erstunterzeichnern finden sich neben intellektueller Prominenz wie Elmar Altvater zahlreiche Köpfe von Attac, padeluun vom FoeBuD, Alvar Freude und zahlreiche Vertreter aus der Politik. Auch die Medienschaffenden sind vertreten: unter anderem mit Frank Fenstermacher von den Fehlfarben.
Die Bedrohungen, die weit über die einzelnen Fälle der rechtlichen Verfolgung von Tauschbörsennnutzern und die visuelle Belästigung durch fragwürdige Propagandaaktionen der Film- und Musikwirtschaft hinausgehen, werden klar und anschaulich vorgestellt. Die Alternative, über die FairSharing eine Diskussion anstoßen will, besteht in der Einführung einer "Kulturflatrate" in Höhe von 5 Euro monatlich pro DSL-Flatrate, mittels der einerseits Künstler entsprechend der Downloads ihrer Songs aus Tauschbörsen vergütet werden und andererseits die Tauschbörsennutzung ein für allemal einen eindeutig legalen Status bekommt.
Der Wortlaut der FairSharing-Erklärung:
Privates Kopieren ist kein Verbrechen!
Wie Millionen andere sind auch wir potentiell straffällig geworden, weil wir irgendwann einmal zu privaten Zwecken Musik- und Filmdateien z.B. in P2P-Netzwerken getauscht haben. Gegen diese Kriminalisierung setzen wir uns zur Wehr: Das Kopieren und Tauschen von urheberrechtlich geschützten Musik- und Filmwerken zu privaten Zwecken soll künftig auch in der digitalen Welt legal sein. Gleichzeitig erkennen wir den Anspruch von Kunstschaffenden an, für ihre getauschten Werke eine Kompensation zu erhalten.
Dafür dürfen aber Bürgerrechte nicht durch Maßnahmen wie z.B. Digitale Rechte Minimierung (DRM) eingeschränkt werden. Deswegen fordern wir eine öffentliche Diskussion über eine beide Seiten zufrieden stellende Lösung, wie z.B. die Einführung einer Kulturflatrate.
Kurz: Wir fordern Kompensation ohne Kontrolle.
Die Erklärung kann online unterzeichnet werden.