gulli-letter: 04/2003
Datum: 23.09.2003 ·|· www.gulli.com/intern/newsletter/
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Inhalt:
01) Editorial
02) Aktuelles
03) [Recht]: Das neue Urheberrecht - 5 Punkte, die auch dich betreffen
04) [Kontrovers]: Pro und Contra - zwei Meinungen zum Urheberrecht
05) [Projekt]: Die gulli:board Bilddatenbank
06) Tools im Inet
07) [Reizthema]: Sex und Pornografie
08) Meinungen und Kommentare
09) Impressum und Newsletter-Archiv
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01) Editorial
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Hallo, LeserIn des gulli-letters,
nach erholsamen 3! Wochen Urlaub in Aquitanien - das liegt in
Südwest-Frankreich - hatte ich den kompletten August damit zu tun,
Liegengebliebenes aufzuarbeiten. Damit bin ich noch nicht fertig, aber
zunächst ist dieser gulli-letter an der Reihe.
Ich bin gespannt, was es noch für Vorschläge für neue gulli-Slogans
geben wird. Zum aktuellen Contest sind bereits etliche eingegangen und
dem Gewinner winkt ein T-Shirt aus dem gulli:shop [02].
Ab dem 13.09.2003 gilt das neue Urheberrecht. Das betrifft eigentlich
jeden, der Computer benutzt oder Musik von selbstgebrannten CDs
konsumiert. Ob auch du neuerdings ein Krimineller bist? [03]. Gerade
die Musikindustrie forderte in der Vergangenheit eine Verschärfung des
Rechts auf geistiges Eigentum (Urheberrecht). Die Meinungen zu den
Ursachen des Umsatzrückgangs sind sehr verschieden und das betrifft
auch die Wirksamkeit des neuen Urheberrechts für eine Steigerung der
Verkäufe [04]. Ein sehr nützliches Projekt hat sich mit der
Bilddatenbank aus dem Grafik-Forum des gulli:board gebildet.
Lizenzfreie Bilder in hervorragender Qualität [05]. Bilder haben auch
eine grosse Bedeutung für das sprichwörtliche Reizthema. Es geht um
"Tits and Ass Content" (SEX und Porn) und dessen Vermarktung im
Internet [07]. Ich habe lange überlegt, ob ich das Thema überhaupt
aufgreifen soll. Ich tu's.
Wie immer gibt es natürlich auch ein paar Links auf ein paar
Nützlichkeiten [06]. Es freut mich, in den Emails zu lesen, dass die
Tipps dankbar aufgenommen werden.
Hat dir der gulli-letter gefallen? Hast du Vorschläge zu weiteren
Themen? Es wäre fein, wenn du uns das schreiben würdest [8].
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Ab Montag, den 29. September betritt ein neuer Wettbewerber mit Kampf-
preisen den Markt für dedizierte Server. IPX-Server bietet mehr
Leistung für weniger Preis als die Mitbewerber an. Ab 34,95 Euro im
Monat bekommt ihr dort einen 1,8 GHz Celeron mit Backup- und
Updateserver, Confixx, 100 GB Transfer zu sehr flexiblen Bedingungen
(Betriebbsystem Hardwareausstattung, usw. alles nach Wahl). Die Server
stehen im gleichen zuverlässigen Rechenzentrum wie die gulli.com Server.
Der Clou: Wenn ihr den Aktionscode XADI-4467 eingebt, könnt ihr nach
367 Tagen den Server für nur 1,99 Euro kaufen und er gehört euch.
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älterer 700 MHz Server für schlappe 19,95 Euro / Monat (zzgl. Setup)
solange der Vorrat reicht. Also schnell vorbestellen und den
Aktionscode XADI-4467 für den Hardwarebonus nicht vergessen!
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02) Aktuelles
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Nach langer Zeit endet für jamie der Job als Administarator der
Topliste toplist.gulli.com. Mir tut es besonders leid, weil ich
jamie neben seiner Tätigkeit für die toplist noch aus anderen
Projekten kenne und er einer der Menschen war, die ich in vielen
Beziehungen mit dem Begriff 'Computerunderground' verbinde. Viel Glück
auf deinen weiteren Wegen, jamie und alles Gute.
gulli braucht einen neuen Slogan. Eigentlich braucht es überhaupt mal
einen Slogan, denn dieses "Willkommen im underground" stammt noch aus
den Tagen, als das neue gulli-Layout gerade mal aus einer schwarzen
Seite bestand. Weil uns selber nichts einfällt, haben wir einen
Wettbewerb gestartet. Dem Gewinner erhält ein Shirt aus dem
gulli-Shop.
Dein Slogan an www.gulli.com/intern/kontakt/
Das gulli:board ist mittlerweile permanent geöffnet und jeder, der
mag, kann sich registrieren. Letztlich wurde die Zahl von 20.000
registrierten Mitgliedern überschritten. Derzeit befinden sich
nachmittags und abends zwischen 400 und 500 gleichzeitige Besucher in
den verschiedenen Foren: eine Zahl, die für ein deutsches Messageboard
ziemlich einzigartig ist und die die Server erfreulicherweise locker
wegpacken.
Einige strukturelle Veränderungen hat es auf dem ebenfalls gegeben.
Hauptsächlich betrifft das einige neue Foren und die Umbenennung einer
Kategorie. Aus "Entwicklung" wurde "Webmaster". Näheres dazu kannst du
im gulli:board in Erfahrung bringen.
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03) [Recht]: 5 Punkte zum neuen Urheberrecht, die auch dich betreffen
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/* Die Onlineversion dieses und des nachfolgenden Artikels sind unter
* www.gulli.com/netzwelt/urheberrecht/neues-urheberrecht/ zu finden.
*/
Am 13.09.2003 trat das neue Urheberrecht mit Unterzeichnung durch
Klaus Wowereit (SPD) in Kraft [1]. Die Verfechterin der Urheberinteressen
und vor allem der Interessen der Vermarkter, Brigitte Zypries (SPD),
versucht es mit einer markigen Zusammenfassung auf den Punkt zu
bringen: "Wer - ganz gleich ob gewerblich oder privat, entgeltlich
oder unentgeltlich - Musik, Filme oder Computerspiele im Internet zum
Download anbietet und verbreitet, ohne hierzu berechtigt zu sein,
macht sich strafbar."
Es hört sich nicht nur so an, als sei diese Formulierung bewusst auf
die Tauschbörsen (edonkey, emule, kazaa usw.) gemünzt, es ist auch so.
Das neue Urheberrecht schränkt darüber hinaus das Recht auf private
Sicherungskopien massiv ein. Inwieweit es dich als privaten Nutzer
betrifft, versuche ich in den nachfolgenden fünf Punkten kurz
aufzulisten:
I)
Das Erstellen von Privatkopien ist fortan strafbar, wenn zur
Erstellung der Kopie ein Kopierschutz umgangen wird.
____
Anm.: Es liegt an sich auf der Hand, dass zukünftige Software und
jegliche Audio-CDs einen wie auch immer gearteten Kopierschutz aufweisen
werden.
II)
Bislang bewegte sich der Download von Dateien aus dem Internet -
insbesondere den Tauschbörsen - im legalen Rahmen, der Upload in einer
rechtlichen Grauzone. Mit dem neuen Gesetz ändert sich das.
Privatkopien aus erkennbar illegalen Quellen sind zukünftig ebenso
verboten wie das Anbieten von Dateien über das Medium Internet (es sei
denn, es besteht eine Lizenzvereinbarung).
Mit anderen Worten: Mit Verabschiedung des neuen Gesetzes ist es
möglich, die privaten Nutzer einer Tauschbörse zu verklagen.
In den USA wurden im Juli dieses Jahres gegen hunderte von
Privatleuten Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es geht um
Geldstrafen von 750 - 150.000 Dollar je Sounddatei [2]. Ob es zu solch
drastischen Maßnahmen auch in unserem Lande kommen wird, darf aber
zurecht angezweifelt werden.
III)
Software, die 1:1 Kopien von Dateien erstellen wird zwar
weiterhin legal bleiben, es darf jedoch keine Software sein, die
bestehende Kopierschutzmechanismen aushebelt (Knacksoftware wie z.B.
CloneCD). Der Download dieser Programme wird ebenfalls legal bleiben,
die Benutzung ist allerdings nicht anzuraten.
Bislang in jedem Fachgeschäft erhältliche Software ist nun
illegal und darf nicht weiter vertrieben werden. Das betrifft u.a.
die Programme:
- Movie Jack 3; Hersteller: S.A.D.
- DCS DVD Copy Suite; Hersteller: S.A.D.
- DaViDeo 3; Hersteller: Gdata
- Movie Ripper DVD; Hersteller: Sybex
- Clone CD Version 4; Hersteller: Elby
- DVD RipperKit; Hersteller: Sybex
- Game Jack 3; Hersteller: S.A.D
____
Anm.: Mit dem neuen Urheberrecht wird vielen dieser Firmen durchaus
ein erheblicher Teil ihrer Existenzgrundlage kriminalisiert. Ob es
reicht - wie im Falle von CloneCD - den Firmensitz in die Karibik zu
verlegen, muss die Zukunft zeigen. Die Verunsicherung auf Seiten der
Nutzer dürfte das aber zusätzlich erschweren.
IV)
Es wird dem Privatanwender zukünftig erlaubt bleiben bis zu sieben
Kopien von Daten- oder Tonträgern zur privaten Nutzung zu erstellen.
Allerdings unter dem Vorbehalt, dass dabei keine
Kopierschutzmechanismen umgangen werden. Legale Privatkopien dürfen
unentgeltlich an enge Freunde weitergegeben werden.
Wurde eine Software rechtmäßig erworben, besteht das Recht auf eine
Sicherungskopie – auch unter Umgehung des Kopierschutzes.
V)
Fazit:
Das neue Urheberrecht beschneidet empfindlich das Recht auf
Privatkopien, sofern die Originale kopiergeschützt sind. Es bleibt
allerdings abzuwarten, inwieweit sich die neuen Restriktionen auch vor
Gericht in dem Maße umsetzen lassen, wie es die Musikindustrie gerne
sehen würde[3]. Uns scheint das neue Urheberrecht in weiten Teilen
einen grossen Auslegungsspielraum zu bieten. Darüber werden wir in den
folgenden Ausgaben des gulli-letters und auf gulli.com gerne weiter
berichten.
//Links zum Thema
[1] www.bmj.bund.de/media/archive/126.pdf
[2] www.heise.de/newsticker/data/anw-08.09.03-006/
[3] www.heise.de/tp/deutsch/special/copy/15690/1.html
Eine Initiative zur Wahrung des Rechts auf Privatkopien findest du
unter: www.privatkopie.net/
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04) [Kontrovers]: Pro und Contra - zwei Meinungen zum Urheberrecht
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/* Die Onlineversion dieses und des nachfolgenden Artikels sind unter
* www.gulli.com/netzwelt/urheberrecht/ zu finden.
*/
(Christian) PRO:
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Christian ist Mitbetreiber des Schallparks.
Schallpark ist seit 1999 in dem Bereich der Musikproduktion,
Promotion, Tonstudio und Musikverlag tätig. Näheres auf
www.schallpark.de
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Vorab einige Kommentare zu gängigen "Vorurteilen", nachzulesen in
schöner Regelmäßigkeit in vielen Internetforen:
1) Warum kaufen, die Musiker sind doch sowieso reich
Ganz gewiss nicht. Ausnahmen wie Madonna und Michael Jackson sind
ebensolche. Die wenigsten Musiker schaffen es von dem eingespielten
Geld ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, nicht ausschliesslich nur
weil sie schlecht sind, ihnen fehlt die Bereitschaft der Labels, in
ihre Kreativität zu investieren. Den Labels fehlt dazu in der
Zwischenzeit das Geld. So sind Lizenzvorschüsse, die noch im Jahr 2001
bei 2500 Euro für eine Maxi-Produktion lagen, heute bei bestenfalls
500 Euro angekommen. GEMA und GVL-Zahlungen erhalten übrigens zu
großen Teilen wieder die Künstler, die es nicht mehr nötig hätten:
Bohlen & Co.
2) Die Musikindustrie ist doch hemmungslos geldgierig
Erstmal gibt es keine Musikindustrie an sich, sondern in Deutschland
die fünf großen Majors, einige "Indies" und ganz ganz viele kleine
Labels. Jede dieser Firmen verfolgt eine andere Geschäftspolitik und
will letztlich mit dem Angebot "Musik" natürlich auch Geld verdienen,
was weder verwerflich noch verboten ist. Das in dem Zusammenhang
gebrauchte Wort "Industrie" ist bereits falsch, unterstellt es doch
absichtlich oder unabsichtlich eine massenhafte Produktion eines immer
gleichen Produktes.
Zum Geld: Auch wenn es oft gepredigt wird stimmt es immer noch, ist
vielleicht in den letzten Jahren noch extremer geworden: Ein
Künstleraufbau kostet eine große Stange Geld, da viel teure Werbung
geschaltet werden muss - leider leider kauft Susi Sorglos ihre CD im
Mediamarkt vom größten Stapel.
Kleines Beispiel: eine bundesweite sogenannte Bauzaunplakatierung für
ein Album kostet das Label circa Euro 125.000 und eine Kooperation mit
RTL 2 (z.B. Stargate-Trailer mit Musik unterlegt und Textplatzierung
Musik: Jan Wayne - Move ya etwa Euro 30.000. Ein sendefähiges
Musikvideo liegt bei etwa Euro 40.000. Wenn man nur diese drei
Kostennoten (ohne Produktionskosten, Künstlerlizenzen,
Herstellungskosten, Vertriebsabzüge, Handelsspanne) zusammenfügt, liegt
man bei Euro 195.000 d.h. den Break-Even erreicht man als Label mit
35.000 verkauften Album-CDs und diese Hürde wird heutzutage nur noch
von den bereits etablierten Altkünstlern mit "alter" Zielgruppe und
echter Fanbase (Madonna, Grönemeyer etc.) erreicht. Da das Risiko zu
hoch ist, werden neue Bands nicht mehr supportet und Altes nur
aufgewärmt (siehe z.B. Nena). Warner Music hat in 2002 zwölf neue
Bands eingekauft und in 2003 zehn Verträge aus wirtschaftlichen
Gründen wieder aufgelöst. Keine Verkäufe, keine neuen Etats.
3) Download schadet nicht da sowieso nicht gekauft wird
Die Realität sieht leider anders aus. Es konnte langfristig beobachtet
werden, dass kurz nachdem Musiktitel auf z.B. Viva beworben wurde, die
Downloadzahl dieser Titel sprunghaft anstieg. Wer jetzt behauptet, dass
er den Titel, falls er ihn für gut befindet, trotzdem kauft, der lügt
oder ist die absolute Ausnahme. Zitat aus dem Gästebuch einer unserer
Künstlerinnen: "Hallo XYZ, fand Deine Single super, wo kann ich die
downloaden?" Letztendlich ist es menschlich, wofür etwas bezahlen, wenn
man es auch um die Ecke umsonst bekommt?
Dass die muntere Downloaderei Opfer fordert und Vielfalt zerstört, kann
man ganz einfach belegen: die Musiksparte von Bertelsmann (BMG Music)
hatte im Jahre 2000 vier unabhängig und untereinander konkurrierende
Zellen (BMG München, BMG Köln Musik, BMG RCA Hamburg und BMG Berlin
Musik). In 2003 wurden bisher (und das ist noch nicht das Ende) 50%
der Arbeitsplätze gestrichen, Standorte Köln und Hamburg geschlossen.
Bei der BMG Berlin arbeiten jetzt noch 15 Personen. Bei Universal,
Warner, EMI und Zomba sieht es genauso aus. Die hauseigenen Presswerke
wurden ebenfalls geschlossen und ins Ausland verlegt.
4) Downloads fördern unbekannte Künstler und machen diese bekannt.
Das wäre schön, leider sucht die Masse nur nach bekannten, d.h. mit
einem gewissen Aufwand und d.h. auch mit Geld beworbenen Stücken und
Künstlern. Um diesen Prozess anzuschieben bräuchte ein Label Geld für
eben diese Werbung, das es durch die fehlenden Verkäufe nicht hat. Und
da ist er der klassische Teufelskreis.
5) Die Musik, die heute produziert wird, ist doch eh sch****e
Vielleicht. De gustibus non est disputandum. Auch wenn wir selber
keine Fans davon sind, einfach gestrickte und trotzdem erfolgreiche
Titel hat es immer gegeben und wird es auch weiterhin geben. Das
bedeutet in keinster Art und Weise das "gute" oder zuminderst
andersartige Musik nicht mehr produziert würde. Niemand muss diese
"schlechte" Musik kaufen und niemand ist gezwungen sie zu hören! Und
selbst wenn es wirklich nur noch Musik gäbe, die keinem gefällt - der
Glaube dies berechtige irgendwie zum illegalen Kopieren ist ein
Phänomen und irrig.
6) Das Radio spielt doch nur das gleiche, warum soll ich das kaufen?
Wie bereits vorher gesagt: Kaufen muss niemand. Was nicht gefällt,
einfach stehenlassen. Nur klauen scheidet aus. Übrigens sind es die
Radiostationen, die ihre Programmauswahl zum Missfallen der meisten
Labels und Musiker in den letzten Jahren geändert haben ("wir machen
keine Hits, wir spielen sie"). Ein neuer, unbekannter Musiker ohne
riesigen finanziellen Background hat heute keine reelle Chance im
Radio gespielt zu werden, egal wie gut sein Song ist.
7) Die schlechten Verkaufszahlen sind nur das Ergebnis der schlechten
Wirtschaftslage.
- Die Kids kaufen heute Handys und keine CDs
Zum Teil vielleicht. Jedoch ist der Einbruch der letzten Jahre so
überaus deutlich, dass dies niemals eine ernsthafte Begründung sein
kann. In Sachen Handy ist es klar: Ein Handy muss gekauft und
aufgeladen werden, das geht nur gegen Kohle. Musik gibts ja "umsonst"
bei Kazaa. Wenige wissen dass mittlerweile mehr Umsatz mit
Klingeltönen als mit Maxi-CDs gemacht werden – das sollte zu denken
geben. Vom gekauften Klingelton bekommt der Künstler/Produzent/Label
bisher nichts.
8) Die sind selber schuld an den schlechten Verkäufen durch diesen Kopierschutz
Wir und viele andere finden einen Kopierschutz auf CDs auch überhaupt
nicht gut, unsere CDs sind bisher komplett "ohne". Es kann nicht
richtig sein, dass eine gekaufte CD beispielsweise nicht im Auto hörbar ist.
Andererseits ist der Kopierschutz unseres Erachtens nur die - wenn auch
mißlungene - Antwort auf das massenhafte illegale Kopieren. Nicht
vergessen: Vor der Möglichkeit CDs in wenigen Minuten zu minimalen
Kosten zu vervielfältigen existierten keine kopiergeschützten CDs.
9) Bei kleinen Labels und Künstlern, die sich selber vermarkten, kauf ich
Nach unseren Beobachtungen interessiert das Label - geschweige denn
seine Größe - absolut niemand. Die wirtschaftlichen Verhältnisse des
Labels und/oder der Künstler sind letztendlich für den Musikfreund
nicht in Erfahrung zu bringen - warum auch. So wird alles, was
irgendwie umsonst zu bekommen ist, gnadenlos querbeet geladen und
kopiert. Ein 100%iges Scheinargument.
10) CDs sind zu teuer
Ja! Dies ist jedoch nicht unsere Entscheidung. Zwischenhändler und
Händler schlagen auf den hohen Preis oftmals nochmal viel auf, dies
kann kein Label verhindern. Zudem hängt die Preispolitik auch von der
Vorgabe durch Media Control ab. Eine Maxi-CD die z.B. für Euro 2,99 im
Handel steht ist nicht chartfähig: d.h. würde die neue Madonna Single
1.000.000 Einheiten zum Preis von 2,99 verkaufen, würde diese nicht in
den Top 100 Charts auftauchen. Und last but not least: Vielen Dank
auch an dieser Stelle dem Teuro!
11) Früher wurde auch von Platte auf Kassette kopiert
Das stimmt zweifelsfrei. Jedoch ist es ein Unterschied, ob ich
stundenlang Platten auflege, saubermache, einpegele, das Band korrekt
spule, das Tape starte und die ganze Zeit während der Aufnahme davor
sitze - oder ob ich innerhalb von 5 Minuten eine exakte 1:1 Kopie
einer ganzen CD für 30 Cent erstellen kann.
12) Musik hat ihren Reiz verloren
Wer das sagt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen - der tut uns leid.
Unser Fazit:
Das jetzt vorliegende neue Urheberrecht war lange überfällig. Wie bei
fast jeder Gelegenheit in diesem unseren Land wurde wertvolle Zeit
durch ewiges lamentieren vergeudet. Spätestens im Jahr 2000 - zu besten
Napster-Zeiten - hätte die Entwicklung und der finanzielle Kollaps
vieler Labels durch ein Einschreiten der Politik verhindert werden
müssen. Drei Jahre später ist der Aufschrei groß, viele kreative
Labels und Musiker sind bereits diesem "Musik ist total umsonst"-Irrsinn
zum Opfer gefallen. Musik ohne Geld kann auf Dauer einfach
nicht funktionieren, so schön der Gedanke für den ein oder anderen
auch sein mag. Junge Talente brauchen Zeit und damit Geld, um sich zu
entwickeln oder manchmal auch um zu scheitern, das weiss vorher
niemand. Ohne diese Prozesse wird die Welt in schnell gestrickten
Marketing-Ideen à la Küblböck ersticken und im Radio 24 Stunden nur
Madonna laufen.
(Axel) CONTRA:
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Axel ist Editor und Fachjournalist auf www.gulli.com. Er ist Hobbymusiker
und war Mitbetreiber eines kleinen Tonstudios in Wuppertal.
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Wer ein Produkt allein durch Marketing verkaufen möchte und dabei die
Qualität des Produkts mit Absicht verringert, darf sich eigentlich
nicht wundern, wenn das Produkt dadurch auch zunehmend an Wert
verliert. Wer gleichzeitig die Preise für das minderwertigere Produkt
erhöht, wird sich wohl im Allgemeinen als ökonomischer Vollidiot
bezeichnen lassen müssen. Diesen Titel hat sich meiner Meinung nach
die Musikindustrie verdient.
Die 80er Jahre waren ein Schlaraffenland für die Branche. Mit dem
Auftauchen der CD als neuer Standardträger für Audiodaten hatte sich
eine Goldader aufgetan, an der schwer verdient worden ist.
Nicht nur neue Musik konnte preiswerter produziert und vertrieben
werden. Viele Musikliebhaber kauften sich damals die ohnehin schon auf
Vinyl gekaufte Musik ein zweites Mal. Hier wurde mit minimalem Aufwand
maximales Geld gemacht. Der Fall der Mauer brachte dann einen erneuten
Geldsegen, ohne dass dafür ein Stück gute Musik produziert werden
musste. Die Ossis kauften dankbar Millionen von CDs mit alten Stücken.
In der Zeit nach diesem Ansturm scheint man vor der Wahl gestanden zu
haben, entweder mit Produktion und Vertrieb guter Musik zu beginnen,
oder aber einen Weg zu finden, weiterhin mit geringster Eigenleistung
viel Geld zu machen. Man entschied sich augenscheinlich für den
zweiten Weg und fortan übernahmen die Marketingabteilungen der Labels
die Herrschaft in den Chefetagen. Es galt nämlich eine neue Zielgruppe
als primäre Käufer des Produkts Musik ansprechen zu müssen - die
Gelegenheitshörer, Menschen die Musik bevorzugt nebenbei konsumieren,
die Mehrheit der Menschen also. Es begann die Zeit der
schnellproduzierten Schnelldreher mit künstlich hochgepushten
Retorten-Stars, deren Halbwertzeit meist nicht über zwei Monaten lag.
Ziel war es, Menschen, die in der Regel gar keine oder nur sehr wenige
CDs kaufen, durch geschickte Werbung zu Käufern zu machen. Das
funktionierte auch lange Zeit sehr gut und würde vielleicht auch
weiterhin funktionieren, hätte man nicht verschlafen, dass zu der CD
ein weiterer digitaler Datenträger gekommen ist - das Internet. Die
halbherzigen und stümperhaften Versuche der Musikindustrie dort mit
eigenen Portalen nachzuziehen scheiterten schon im Ansatz.
Kopien von Musik hat es immer schon gegeben und das war ja auch eine
Art der Werbung: Wenn ich mir von einem Bekannten eine Audiokasette
des Interpreten "XY" gezogen habe und sie mir gut gefallen hat, habe
ich mir öfters auch eine der folgenden Platten selber gekauft. Von
Diebstahl hat seinerzeit niemand gesprochen.
Nun ist es aber nicht mehr gut für die Musikindustrie, wenn
potentielle Käufer Musik vor dem Kauf hören können, weil sie dadurch
meist zu sicheren Nichtkäufern werden. Hinzu kommt, dass die primäre
Zielgruppe eben keine Musikliebhaber mehr sind, sondern Menschen, die
der Musik keinen sehr großen Stellenwert beimessen. Eigentlich logisch,
dass sie aus diesem Grund auch nicht sehr viel Geld für Musik ausgeben
möchten und eigentlich auch logisch, dass sie Angeboten gegenüber
aufgeschlossen sind, die ihnen das Ganze auch noch kostenlos bieten.
Das Feindbild war gefunden. Nach Jahren fetter Gewinne und
gigantischer Umsätze war nun plötzlich davon die Rede, dass die
Existenz einer ganzen Branche gefährdet sei. Der Grund dafür liege in
einer verbrecherischen Technik und dem Umstand, dass ein Großteil der
Bevölkerung aus Dieben bestehe. Anderslautende Forschungsergebnisse,
wie etwa dem des Marktforschungsinstituts Forrester Research
(www.heise.de/newsticker/data/jk-14.08.02-005/) änderten nichts
an dem Gejammer und den Forderungen an Wirtschaft und Politik.
Mit dem neuen Urheberrecht hat die Musikindustrie erreicht, dass
eben die Käufer, die durch Massenware und enormen Marketingbudgets
erst zu Käufern wurde, in Zukunft aus Kriminellen besteht (sofern sie
nicht die selbstgebrannten CDs vernichten). Über bewährte und
einheitliche Standards (CD-A) wird man sich zukünftig hinwegsetzen
können. Gute Musik wird der Musikliebhaber weiterhin suchen müssen,
denn die wird zum Einen nicht beworben und zum Anderen oft gar nicht
erst produziert werden, weil sie nicht massenkompatibel ist.
Der Gedanke, dass es ein Fehler war, Musik auf eine reine Ware zu
beschränken, ist der Musikindustrie - zumindest den Großen dieser
Branche - immer noch nicht gekommen. Ich glaube deshalb, dass dieses
neue Urheberrecht nicht zu einer Umsatzsteigerung führen wird. Im
besten Fall werden die Kopierer und Tauschbörsensauger ihre
Tätigkeiten einstellen. Kaufen werden sie aber nicht.
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05) [Projekt]: Die gulli:board Bilddatenbank
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/* Hinweis: Die Onlinevariante dieses Kommentars befindet sich auf
* www.gulli.com/dokumente/board/bilddatenbank.html
*/
Das Grafik-Forum des gulli:boards zeichnet sich seit seines
Bestehens durch überaus aktive und hilfreiche Mitglieder aus. So sind
dort zahlreiche Tutorials und Tipps zu den speziellen Grafikprogrammen
zu finden. Seltsamerweise sind Bilder im mittlerwile stark
grafiklastigem Internet eine begehrte Ware, denn wenn diese eine
angemessene Qualität haben sollen, sind sie meist recht teuer. Deshalb
wurde die gulli-Bilddatenbank ins Leben gerufen. Hier stellen
Mitglieder anderen registrierten Nutzern Bilder zur freien Verfügung.
Die Datenbank ist mittlerweile auf eine ansehnliche Größe angewachsen
und in Kategorien unterteilt. Bei einem solchen Projekt müssen
natürlich gewisse Vorgaben eingehalten werden.
Wenn du an der Bilddatenbank Interesse hast und vielleicht sogar
eigene Bilder(Fotos) zur freien Verfügung stellen möchtest, solltest
du unbedingt einen Blick auf dieses klasse Projekt werfen.
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06) Tools im Internet
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Für Stylisten: www.styleassistant.de/
Der Stylassistent ist eine Freeware von Dr. Thomas Meinike. Sie dient
dem Erstellen von Cascading Style Sheets, Formatierungsregeln für
Webseiten. Mit dem Einsatz von CSS ist es möglich, das Layout aller
Seiten einer Website in einer einzigen Datei zu verwalten. Die
Möglickeiten gehen zudem über die herkömmlichen HTML-Tags hinaus.
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07) [Reizthema]: Sex und Pornografie
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Eines vorweg: Es geht mir nicht darum für die diversen Sex-, Erotik-
und Pornoanbieter im Internet eine Lanze zu brechen. Leider sind davon
viele mindestens so schlecht wie ihr Ruf. Mir gehen die immer gleich
aufgemachten, schlecht gecodeten Seiten mit ihren unzähligen
animierten Gifs auch erheblich auf den Keks. Gleiches gilt für deren
Werbebanner auf anderen Seiten. Scheusslich und nervtötend.
Aber die Nachfrage besteht. Ohne Zweifel. Und das Internet ist ein
ideales Medium für die Präsentation pornografischer Inhalte. Für viele
Menschen ist der Schritt durch die Tür des Erotikshops eine schwere
Hürde und von einer Auswahl in aller Ruhe können die wenigsten
berichten. Im Internet ist das anders. Auf Webseiten können sich
interessierte Damen und Herren zu jeder Zeit durch die Produkte,
Bilder oder Filme klickern, ohne die Gefahr einzugehen im nächsten
Quergang auf den Nachbarn zu treffen. Auch verräterisch ausgebeulte
Hosen sind im Internet kein Problem.
Das Problem sind diejenigen Geschäftemacher, die die Nachfrage nach
Porn ausnutzen, indem sie teure Zugänge zu Seiten verkaufen, die
inhaltlich nicht im Entferntesten einen Gegenwert bieten. Das ist
schlicht Abzocke und leider gibt es sehr viele Abzocker in der
Erotikbranche.
Es gibt auch gute Seiten. Angesichts der weiterhin bestehenden
Nachfrage halte ich es deshalb für sinnvoller auf diese guten Seiten
aufmerksam zu machen, als in ein pauschales "Porn im Internet ist
für'n Ar***" einzustimmen. Im nächsten Newsletter wird es Werbung für
eine Pornoseite geben. Diese Seite betreibt ein Bekannter und
selbstverständlich wird dies über einen Partnerlink geschehen, der
gulli.com zu Gute kommen wird. Es ist ein Angebot, das mich überzeugt
hat, weil es den Gegenwert bietet, den so viele andere Anbieter
vermissen lassen.
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08) Feedback
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Eure Meinung zu dem gulli-letter, zu den darin angesprochenen Themen,
zu den Artikeln und Reports auf gulli.com und zu gulli.com selber ist
für uns wichtig. Darüber hinaus wird das sicherlich auch andere Leser
und Besucher interessieren. Es gibt deshalb einen eigenen Bereich, in
dem - nach Art einer Leserbriefseite - eure Meinungen und Standpunkte
publiziert werden. Schaut es euch einmal an, es ist interessant.
Direkter Link:
www.gulli.com/intern/eure-meinung/
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09) Impressum und Newsletter-Archiv
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Herausgeber dieses Newsletters ist die
fliks commerce GmbH | Kortumstr. 19-21 | 44787 Bochum
komplette Angaben: www.gulli.com/intern/impressum/impressum/
Dieser Newsletter und alle älteren Ausgaben sind unter
www.gulli.com/intern/newsletter/ einzusehen.
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