gulli: Mute - die experimentelle anonyme Tauschbörse

Mute

Filesharing anonym mit Mute

Mute ist ein Tool zum anonymen und damit nicht überwachbaren Filesharing: Daten werden wie beim anonymen Surfen mit TOR nicht direkt vom Tauschpartner geladen, sondern verschlüsselt über eine Reihe von anderen Rechnern des Mute-Netzwerks geleitet. Dadurch kann niemand mehr nachvollziehen, wer mit welcher IP nun ein bestimmtes File aus dem Netzwerk geladen oder im Netzwerk angeboten hat.

Damit wird verhindert, dass beispielsweise Ermittler der MPAA, RIAA oder IFPI prüfen können, unter welcher IP welche Daten angeboten wurden oder wer sie heruntergeladen hat. Der Preis für die Anonymität: das Netz ist sehr langsam und kann diesbezüglich nicht mit Torrent oder eMule konkurrieren. Mit verbesserter Technik, größerer Verbreitung und wachsenden Bandbreiten der User könnte Mute aber eine Alternative werden, wenn die Kriminalisierung anderer Tauschbörsen weiter fortgesetzt wird.

Wer nun Mute einmal ausprobieren mag oder einfach aus Sympathie für ein anonymisierendes Tauschnetz diesem ein paar Files und einen Teil seiner Bandbreite bereitstellen will, kann die Software mit der folgenden deutschsprachigen Installationsanleitung an den Start bringen.

Mute Download
Version:  0.5
System:  Windows, MacOS und Unix
Sprache:  englisch
Größe:  4,8 MBytes
Downloads:  8951

Download:

Mute lädt man sich von der Projekthomepage bei Sourceforge. Die .exe startet man, gibt ein Installationsverzeichis an und sieht zu, wie die Daten entpackt werden. Unter den LanguageFiles kann man sich auch noch die passenden Dateien laden, damit Mute auf Deutsch mit einem kommuniziert. Die entsprechende german.txt speichert man einfach unter (Mute-Installationsverzeichnis)languages ab, wo nach Installation nur die English.txt und TranslationHelper.txt liegen.

Mute installiert sich sehr zurückhaltend: kein Startmenueintrag, kein Desktop-Icon, kein Schnellstarticon. Einzige Möglichkeit, das Programm zu starten, besteht im Ausführen der filesharingMUTE.exe im Installationsverzeichnis. Natürlich lassen sich von der Datei auch Verknüpfungen erstellen (empfohlen).

Erster Programmstart:

Nach Doppelklick der .exe wird man vom Programm erst gefragt, ob man hinter einer Firewall sitzt, die eingehende Connections blocken könnte - im Zweifelsfall gibt man hier Ja ein, andernfalls Nein und schaut bei Problemen und vorhandener Firewall, welche Ports man öffnen muss. Mute connected über Port 4900.
Anschließend wird man zur Zeicheneingabe aufgefordert, um eine Zufallsfolge zu generieren, mit der ein Schlüsselpaar erzeugt wird, mit dem der Mute-Traffic fortan verschlüsselt wird. Man gibt irgendwelche zufälligen Zeichen an der Tastatur ein, drückt ok, sucht im anschließenden Popup die gewünschte Schlüssellänge aus (1024 reichen aus) und erlaubt den anschliessenden Verbindungsversuch von MUTE ins Internet, falls sich nun eine Firewall meldet. Nach der Auswahl des Shared - Folders von Mute läuft das Programm - optimalerweise mit guter Connection Quality. Und einer zugegebermaßen sehr spartanischen Oberfläche.


Unter dem Reiter "Settings" läßt sich nun die Sprache des Programms einstellen - angezeigt werden die im "languages" - Ordner gespeicherten Übersetzungsdateien.

MUTE-Konfiguration

MUTE-Konfiguration

Bevor neue Sprachsettings in Kraft treten, muss das Programm neu gestartet werden.
Dann kann man sich ans Durchsuchen des Netzes machen und ggf. selbst Files, die man zu tauschen wünscht, in den Shared-Folder laden. Die Hashes erstellt das Programmm selbständig ohne weitere Rückmeldung.
Dass Mute vom Angebot her nicht mit anderen Tauschbörsen vergleichbar ist, wird einem dann schnell klar - das Angebot ist mehr als dürftig.

MUTE-Suche

MUTE-Suche

Auch die "umstritteneren" Inhalte haben sich bei Mute noch nicht recht verbreitet - einschlägige, wenngleich beim Drüberschauen strafrechtlich unbedenkliche Porno - Angebote finden sich zwar, eine schnelle Suche nach der wegen Sabotageanleitungen seinerzeit verbotenen Zeitschrift "Radikal" ergab ebensowenig Treffer wie der Check auf "Mein Kampf".
Zum Musikdownload taugt Mute ebenfalls noch nicht - viereinhalb MB mp3 konnten wir immerhin im Laufe dreier Stunden herunterladen - bei durchaus vom Programm als ordentlich bezeichneter Verbindungsqualität. Eine Erhöhung der default-Connections von 6 auf 8 änderte nichts daran - der Mangel an Mute-Nodes reizt nicht einmal die default-6 bislang immer aus.

Insofern läßt sich zu Mute sagen, dass es sich um eine noch im sehr experimentellen Status befindliche Tauschbörse handelt - deren Anonymtätskonzept zwar zu ihrer Attraktivität beisteuern könnte, welche aber momentan noch nicht vernünftig zu benutzen ist. Wer sich zu einem entsprechenden Filesharing - Aktivismus berufen fühlt, kann natürlich einen Node rennen lassen und eine Reihe von Dateien für das Netz beisteuern - vor allem für die Weiterentwicklung und dem einfacheren Beobachten der Skalierung des Netzes, wenn mehr Knoen aktiv sind, kann man dadurch den Entwicklern sicher einen Dienst erweisen.

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