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Wer anstelle des Esels gerne ein Rennpferd hätte, dabei aber nicht auf die Vorteile des Arbeitstieres verzichten möchte, der sollte einen Blick auf eMule werfen. Das Open-Source-Projekt baut auf das bestehende eDonkey-Netzwerk auf, erzielt in unseren Tests aber wesentlich bessere Downloadraten. Und obwohl die Versionszahl 0.48c lautet, ist eMule durchaus schon ausgereift.
Längst ist eMule kein Geheimtipp mehr! Hohe Downloadraten und die deutsche Benutzerführung dürften schon viele Nutzer von eDonkey bewegt haben, auf eMule umzusteigen. Die Installation und das Einrichten dürfte für eDonkey-User nicht schwer sein, aber auch Anfänger sollten damit keine Probleme haben.
Da eMule auf das eDonkey-Protokollaufbaut benötigt es auch eine Serverliste. Die Serverliste wird im MenüServer verwaltet, hier können einzelne Server hinzugefügt oder entferntwerden. Auch eine server.met, wie sie von eDonkey bekannt ist, kann manals URL angeben.Mit dieser Funktion werden die Server automatischaktualisiert, wenn man sich mit dem eDonkey-Netz verbindet. Mit derFunktion "Lösche tote Server..." in den Einstellungen (Register Server)kann die Serverliste immer aktuell gehalten werden. Noch einfacherkönnen aktuelle Serverlisten von verbundenen Servern oder Clientserhalten werden. Damit hält sich eMule "sauber", die Serverlistenreinigen sich selbst, der Frust mit toten Servern gehört derVergangenheit an. Zusätzlich bietet emule seit der Version 0.40 eineKademlia-Unterstützung an. Damit werden keine Server mehr benötigt,sondern die User dienen untereinander als Vermittler. Kademlia ist eineAlternative zum Overnet Protokoll, jedoch nicht kompatibel dazu.
eMule ist zu eDonkey voll kompatibel, das heisst, das angefangeneDownloads von eDonkey in eMule fortgeführt werden können und umgekehrt(obwohl das keinen Sinn macht, da beide die gleichen Quellen nutzen!).Das gleiche gilt für Overnet, wobei eMule nicht auf das gleicheProtokoll wie Overnet zugreifen kann. Es empfiehlt sich von daher,angefangene Downloads von eMule mit eMule oder eDonkey zu beenden undangefangene Overnet-Downloads mit Overnet zu beenden. Die sogenannten"ed2k-Links" kann eMule auch übernehmen, hierfür ist lediglich eineEinstellung nötig. Linkseiten, wie etwa goldesel.6x.to, können daherohne Probleme weiter genutzt werden.
Die Linkeingabe ist, wenn eDonkey-Links nicht ohne hin vom Browseran den Client übergeben werden, etwas gut versteckt - denentsprechenden Dialog findet man etwas überraschend unter dem Menupunkt"Tools"
Im aufgehenden Eingabefenster kann man dann aber einfach beliebig viele Donkey-Links eintragen.
Ein Credit-System soll sicherstellen, dass die Up- und Downloads einigermassen gerecht verteilt werden. Um Leecher zu vermeiden, ist in eMule eine Funktion integriert, die bei zu niedrigem Upload auch die mögliche Downloadrate drosselt. Diese "Download Ratio" ist bei eMule auf ein Verhältnis von 1:3 festgelegt worden. Das bedeutet, dass derjenige, der nur 1 kb freigibt (als Upload) auch nur 3 kb downloaden kann. Wer 10 kb oder gar mehr freigibt wird von der Beschränkung vollkommen ausgenommen. DSL-User sollten selbst bei 128 kBit-Upstream in der Lage sein, 12 kb freizugeben und immer noch entspannt surfen zu können. Den Leechern geht es mit eMule ohnehin an den Kragen, dafür sorgt eine weitere Funktion, die User blockiert, die zu oft hintereinander "anfragen". Normalerweise fragt ein Client alle 10-20 Minuten nach der Quelle, um diese zu prüfen. Aggressive clients (etwa der alte eDonkey-Bot) fragen allerdings in wesentlich kürzeren Abständen an, eMule selbst stört das nicht, aber das Netzwerk wird mit unnützen Traffic belastet. Clients, die zu häufig anfragen, werden automatisch auf eine "Blacklist" gesetzt, übrigens unabhängig davon, welcher Client verwendet wird.
Ein Hinweis noch zu den Einstellungen. Wie auch bei eDonkey streiten sich die Gelehrten über DIE richtige Einstellung. Letztlich muss jeder selbst seine Einstellung ertesten, um gute Ergebnisse zu erzielen. Als Anhaltspunkt hilft sicher die bekannte Formel Upload/8 und Download/8 als Kapazitätswerte einzusetzen, wobei diese Einstellung keinerlei Auswirkungen auf das Downloaden hat, die Werte dienen lediglich zur Skalierung des Statistik-Fensters. Wichtiger sind die Einstellungen bei den Limits (im Register "Server"). Bei einem T-DSL-Anschluss (windows XP) haben wir ganz gute Downloadraten (bis zu 120 kb/s) mit folgenden Einstellungen gehabt:

Wer glaubt, dass er besonders gute Ergebnisse erzielen kann, wenn er utopische Zahlen bei den eigenen Einstellungen eingibt, der täuscht sich. Windows XP und auch Windows 2000 werden bei den maximalen Verbindungen niemals mehr als 500 verkraften. Unter Windows 98 und Windows ME liegt die Grenze sogar bei 150. Auch beim Hard Limit macht eine Monsterzahl keinen Sinn, im Gegenteil, unter Umständen kann eine zu hohe Zahl sogar zu einer Trennung der Verbindung führen. Auch Server kommunizieren, dafür nutzen sie den UDP-Port. Das heisst, eine Suchanfrage an meinen Server mit dem ich verbunden bin, wird auch an andere Server weitergeleitet. 100 UDP-Anfragen sind mehr als genug, um nicht unnötig die Server zu belästigen. Wer Linkseiten benutzt, der benötigt hier sowieso keinen hohen Wert, da die UDP-Anfrage nur sehr eingeschränkt dem Suchen von Quellen dient.
Bei den Einstellungen sollte unbedingt noch die Einstellung "Wiederverbinden nach Trennung" auf aktiv gesetzt werden, die Einstellung "Automatisch verbinden..." benötigt man dagegen nur, wenn eine server.met als URL eingegeben wurde.
eMule überzeugte uns durch die hohen Downloadraten und die ansprechende Bedienung. Eine übersichtliche Statistik und ein Chat runden das gute Filesharing-Tool ab. Einziger Nachteil ist die Bandbreite, die eMule in Anspruch nimmt, ein Betrieb neben dem Surfen ist für die Modemuser mit Abstrichen möglich, unter DSL fällt dieses Problem jedoch weg. Alternativ bietet der eMule noch die Möglichkeit, USS zu verwenden: wird dieses in den aktuellen eMule-Versionen aktiviert, wird automatisch jederzeit die beste Performance für eMule ermittelt, und das Surfen neben dem Saugen ist problemlos möglich. Wer allerdings seinen Filesharing-Client über Nacht laufen lässt, der wird sich am nächsten Morgen über massenweise Daten freuen können. Auf Dauer könnte es sich auch auszahlen, dass eMule ein Gemeinschaftswerk der Open-Source-Community ist. Immerhin kann man niemanden direkt für die Software verantwortlich machen, wie etwa bei Napster.
Mit dem WebCache-Mod wurde der Esel zum einen nochmal einen Tick schneller, zum anderen gilt mit ihm der alte Flaschenhals nicht mehr, dass der Download in einer Tauschbörse nie größer als der Upload sein kann. Die Erweiterung nutzt die Proxies der Internetprovider, um die zu übertragenden Daten zwischenzuspeichern. Wenn Ihr weitere Infos möchtet schaut einfach mal hier...