gulli: BitTorrent - State of the art - ein eigenes p2p-netz für jede Datei

BitTorrent

BitTorrent wurde als Netzwerk konzeptioniert, welches erlauben sollte, große Datenmengen in kurzer Zeit ressourcenschonend zu verbreiten. An Stelle weniger zentraler Server, welche bei zahlreichen Anfragen nach großen Dateien schnell an die Grenzen ihrer Bandbreite stoßen, tritt ein Netzwerk, in der jeder Client, der bereits Teile der Datei erhalten hat, seinerseits für andere Clients zum Server wird.

Entgegen der klassischen Methode erzeugt BitTorrent für jede Datei ein eigenes, temporäres Peer-to-Peer-Netz. Aus dem Vorteil ergibt sich aber auch der grosse Nachteil: Eine Datei steht nur so lange zur Verfügung steht, wie sie von den Nutzern angefordert und angeboten wird. Wer also eine Datei herunterlädt und nach Beendigung seines Downloads den BitTorrent-Client schließt, kann unter Umständen auch das temporäre P2P-Netz dieser Datei schließen. Ältere Dateien finden sich bei BitTorrent eher nicht, aktuelle Files sind dafür jedoch meist sehr gut verfügbar.

BitTorrent funktioniert an sich nach ähnlichen Prinzipien wie eMule oder KaZaA, wenngleich in manchen Bereichen auf den ersten Blick ein wenig komplizierter. Anstelle von Links mit Prüfhash, unter denen man im eDonkey-Netz die Dateien findet, treten die Torrents, anstelle der Server und Supernodes die Trackerseiten. Ein User, der beginnt, eine Datei zu laden, meldet sich automatisch bei einer Trackerseite, die wiederum registriert, welche Dateiteile bereits beim User sind, die ihrerseits dann von anderen Usern wieder geladen werden können.

Die Tracker machen das System jedoch auch juristisch angreifbar: RIAA/MPAA üben auf die Trackerseitenbetreiber nicht unerheblichen Druck aus. Wie dies rechtlich durchsetzbar wäre, ist unklar - auf dem Trackern liegen an sich keine copyrightgeschützten Informationen, über die Tracker selber geht auch kein Traffic von möglicherweise urheberrechtlich bedenklichem Material. Mit eXeem wird inzwischen ein BT-ähnliches Netzwerk aufgebaut, welches konsequenterweise komplett ohne Tracker auskommen soll.

 

Azureus BitTorrent Download
Version:  2.4.0.0
System:  Windows, Linux, Solaris und Mac
Sprache:  englisch
Größe:  7,4 MBytes
Downloads:  149505

Seeds, Leecher und .torrents

Ein komplettes File, das von einem Torrent-User angeboten wird, ist ein "Seed". Normalerweise muss mindestens ein Seed vorhanden sein, damit ein Download funktioniert. Wenn niemand ein Seed anbietet, aber alle Teile der Datei zumindest von irgend jemandem im Torrent-Netzwerk angeboten werden, kann der Download trotzdem erfolgreich sein. Jemand, der ein Seed anbietet, ist entsprechend ein "Seeder".

"Leecher" ist üblicherweise eine abfällige Bezeichnung für jemanden, der nur saugt ("leecht"), aber selbst nichts anbietet. Im BT - Netzwerk hat das Wort eine andere Bedeutung - wer keinen kompletten Seed eines Files hat, ist Leecher. Wenn er das File komplett geladen hat, wird er Seeder. Anders als "Leecher" ursprünglich bedeutete, können von einem User ohne kompletten Seed aber durchaus schon Teile der Datei geladen werden.Ein .torrent ist eine Datei, in der Informationen über gesuchte Daten zu finden sind - auf welchem Tracker die Downloads und Angebote registriert werden, Prüfsummen, Inhaltsangaben etc. Im Prinzip alle Informationen, damit der Client die gesuchte Datei erkennen, finden und herunterladen kann.

Wo findet man die Torrents?

Trackerseiten sind in der letzten Zeit verstärktem rechtlichem Druck ausgesetzt und haben unterschiedlich darauf reagiert. Nachdem suprnova.org den Betrieb eingestellt hat, sind die bekanntestenTrackerseiten

und

Einige gängige Clients

  • BitTornado gibt es in Versionen für Windows und Linux. Der Client nennt sich selbst noch "experimentell", zeichnet sich jedoch durch geringe Prozessorlast, wenig Speicherverbrauch und Stabilität aus. Weder Ad-noch Spyware.
  • mlDonkey ist ein Universal-p2p-Client, der sich ins eDonkey-, BitTorrent- und FastTrack - Netzwerk verbinden kann. Damit einher gehen zahlreiche Features, entsprechend fehlen den eierlegenden Wollmilchsäuen unter den Clients die Schlankheit und Stabilität von Clients, die gezielt für ein Netzwerk gebaut wurden. Hinzu kommt die noch fehlende Stabilität. mlDonkey wird für Linux, Windows und den Mac entwickelt und ist OpenSource.
  • BitTorrent, das Original vom Netzwerkentwickler selbst. Den schlanken Client gibt es für Windows, Linux und Mac. Von der sparsamen Ausstattung sind User bisweilen angetan, viele nennen ihn jedoch nicht mehr schlank, sondern schlicht unbequem. Auch BitTorrent kommt ohne Spy- und Adware ins Haus.
  • Azureus ist ein plattformunabhängiger Javaclient. Vom Funktionsumfang her läßt Azureus keine Wünsche offen, dafür ist auch der Ressourcenbedarf recht hoch und kann Azureus auf älteren, langsamen Rechnern die Reserven schnell ausreizen. Ad- und spywarefrei.
  • µTorrent ist ein erstaunlich kleiner Client - eben 83 kB groß, benötigt er im laufenden Betrieb eben mal 4 MB Ram und erstaunlich wenig Prozessorzeit. Wer mit einem langsameren Rechner unterwegs ist oder den Torrent auf dem alten Zweitrechner nebenher laufen lassen will, sollte sich diesen Miniclient mit erstaunlichem Funktionsreichtum ansehen.

Weiteres Wissenswertes

BitTorrent ist auf mehreren Ebenen darauf bedacht, dass sich Angebot und Nachfrage der User einigermaßen entsprechen. Die Clients orientieren den Download oft recht nah am Upload, den der User anbietet. Trackerseiten wiederum verlangen oftmals eine Registrierung, bevor man an die .torrent - Dateien kommt: Reputation bekommt man auch dort, wenn man entsprechend oft auch als Seeder und nicht nur als Leecher in Erscheinung tritt.

Zu guter Letzt das alte, deutsche Problem: asymmetrisches DSL. Mögen die Deutschen in ihrer Mehrzahl sympathische Zeitgenossen sein, die im In- und Ausland durchaus respektiert werden - als Tauschbörsennutzer sind sie häufig unbeliebt, und ob die neuen DSL-Angebote der Telekom hier etwas ändern, kann getrost bezweifelt werden. Wer in eine Tauschbörse kommt, in der schon von der technischen Struktur her Gesamt-Upload und -Download immer gleich groß sind und ein Megabit Downline bei 128 kBit Upline schon von Haus aus mitbringt, wird misstrauischer behandelt werden als User mit symmetrischem Up- und Downstream. BitTorrent ist hier ein tendenziell misstrauischeres Netzwerk, in welchem man gut beraten ist, Up- und Downstream aufe inigermaßen ähnliche Werte zu stellen.

 

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