
Bis zur jetzigen Stunde wurde noch nicht eindeutig geklärt, auf welche Person oder welche Institution der Ursprung der Video- und Computerspiele zurückgeführt werden kann. So tauchen immer wieder vereinzelte Personen auf, die mit voller Überzeugung die vage Behauptung in den Raum stellen, der Vater der virtuellen Spiele zu sein. Auch wenn der Erfinder des Videospiels bis heute noch unbekannt ist, ist die Technik, die die Voraussetzung für Videospiele schuf, unumstritten. Im Sommer 1958 machte es sich der US-amerikanische Physiker William Higinbotham in seinem hochmodernen Labor zur Aufgabe, aus einem Analogcomputer und einem fünf Zoll kleinen Oszillografen das Spiel "Tennis for Two" in die Welt zu setzen. Für die damalige Zeit galt der damalige Vorgänger des populären Pong als revolutionär und bahnbrechend. Zwei Jahre nach der vollendeten Entwicklung wurde das Spiel mit großer Begeisterung am Tag der offenen Tür des Kernforschungszentrums des Brookhaven National Laboratory auf Long Island im US-Bundesstaat New York aufgenommen. Trotz der großen Begeisterung konnte von einem massentauglichem Spiel noch lange nicht die Rede sein. Um in den Genuss des Spiels zu kommen, war ein Großrechner erforderlich. Diese waren zu dieser Zeit lediglich an großen amerikanischen Universitäten vorzufinden. Somit blieb das Spiel nur einer kleinen Zahl von Studenten und Wissenschaftlern vorbehalten.
Bereits 2 Jahre nachdem der Wegbereiter "Tennis for Two" der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, erblickte das nächste einfache Computerspiel das Licht der Welt. Es ist die Rede von "Spacewar!". "Spacewar!" wurde an einer PDP-1, dem ersten " Minicomputer" aus dem Jahre 1960 vom Professor Steve Russel im Jahr 1962 fertiggestellt. Heutzutage kann bei der PDP-1 beim besten Willen nicht die Rede von einem Minicomputer sein: Das Modell hatte ein Größe von zwei handelsüblichen Kühlschränken. Nicht nur die Technik, sondern auch der Aufbau des neuartigen Spiels forderte nun mehr Anspruch. Nun ging es nicht mehr lediglich darum, einen Punkt von der einer zur anderen Seite zu befördern. In "Spacewar!" umkreisen zwei Raumschiffe eines Sonne. Ein Raumschiff wird dabei vom menschlichen Spieler gesteuert, das andere ist in den Händen des gegnerischen Computers. Das Gravitationsfeld zieht dabei sowohl die Raumschiffe als auch deren Geschosse an. Ziel des Spiels ist, das gegnerische Raumschiff entweder abzuschießen oder in die Sonne zu drängen.
Anschließend vergingen circa 7 Jahre, bis endlich wieder einige grundlegenden Neuerungen in der Welt der Computerspiele verbucht werden konnten. Im Jahr 1969 erschien das Spiel "Space Travel", welches ebenso wie "Spacewar!" eine Reise durch das Sonnensystem simulierte. Die beiden Spiele unterschieden sich nicht sonderlich und wurden oftmals miteinander verwechselt. Ken Thompson und Dennis Ritchie schrieben das neuartige Spiel mittlerweile auf einer PDP-7. Im Zuge der Modernisierung der Minicomputer konnten nun bereits einige technische Gimmicks präsentiert werden. Von nun an erfolgte die Steuerung über festgelegte Tastaturkombinationen für Richtung, Schub und Zoomfaktor. Durch die Modernisierung der technischen Ausstattung sprachen die meisten nicht mehr von einem Spiel. Es müsse sich um eine Simulation handeln, so die meisten Experten der damaligen Zeit.
Pong als Videospiel, Quelle
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Am 29.11.1972 wurde der nächste wichtige Meilenstein der Computer- und Videospiele gelegt. An diesem besagten Tag stellte Nolan Bushnell den ersten Spielautomaten "Pong" vor - das Spiel, das sowohl den offiziellen Geburtstag der Videospiele als auch den massentauglichen Markt der virtuellen Spiele einleitete. Nolan Bushnell, der Gründer des damals noch unbekannten und ruhmlosen Unterhaltungselektronik- unternehmens Atari, machte mit einem Spiel auf sich aufmerksam, das noch bis zum heutigen Tage die Gaming-Kultur prägen sollte. Pong gilt als das erste weltweit populäre Videospiel. Zwar konnte auch der Spielautomat Pong zu seiner Zeit noch keine atemberaubende Grafik und Technik präsentieren. Das Spiel konnte lediglich in Form von zwei Balken und einem Punkt zwei Schläger und einen Ball darstellen. Die nächste Neuerung war lediglich eine Spielstandanzeige. Doch die Tatsache, dass das Spiel als Automat in nahezu jeder Kneipe und jeder Spielhalle im aufgestellt werden konnte, bewegte die Menschen in Massen an das Gerät. Im Gegensatz zu den vorigen Computerspielen war es nicht länger ein besonderes Privileg, in den Genuss von derartigen Spielen kommen zu dürfen. Die Erfindung und der Vertrieb von Spielautomaten leitete nun die Massentauglichkeit der Videospiele ein. Mit dem Spielautomaten Pong im Gepäck stieg das Unternehmen Atari rasant auf und konnte als erster kommerzieller Spielehersteller Rekordeinnahmen verbuchen. Die Machtstellung konnte der Atari-Gründer, Nolan Bushnell, jedoch nicht lange halten, denn schnell bekamen die Japaner Wind vom erfolgreichen Konzept des Spielautomaten-Verkäufers Atari. In Windeseile wurden im Folgejahr 1973 die japanischen Hersteller Sega und Taito ins Leben gerufen. Diese drei und viele weitere kleine Unternehmen machten es sich nun zur vorrangigen Aufgabe, die Gesellschaft mit zahlreichen Videospielen zu beliefern. Gegen eine Bezahlung von circa einem US-Dollar konnten sich sowohl Kinder, Jugendliche als auch Technik-begeisterte Erwachsene in Eingängen von Supermärkten, Kinos, Kiosken, Pommesbuden, Kantinen oder anderen öffentlichen Orten der Nutzung der Spielautomaten widmen.
Bereits zwei Jahre später wurde auf Seiten des Herstellers Atari eine Heimversion von Pong vorgestellt. Es handelt sich hierbei um "Home Pong", die erste Konsole in der Geschichte der Computer- und Videospiele. Zwar beschränkte sich die Konsole lediglich auf das Spielen von Pong und hatte nur fest vorgegebene Spielmöglichkeiten, doch trotzdem war die Nachfrage verhältnismäßig groß. Mit der Einführung der ersten Heimkonsole hat Atari im Jahr 1975 einen völlig unberührten Markt aufgedeckt. Von nun an galt es nicht mehr, sich ausschließlich um den Vertrieb von großen und unbeweglichen Spielautomaten zu kümmern. Vielmehr war die Entwicklung und Produktion von Heimkonsolen in den Vordergrund gerückt. Zwei Jahre später erblickte die erste programmierbare Heimkonsole "Atari" bzw. "Atari 2600" das Licht der Welt. Mit der Implementierung des erfolgreichen Shoot 'em up-Spielautomaten"Space Invaders" für den Atari 2600 gelang im Jahr 1979 erstmals der heiß ersehnte Durchbruch für Heimkonsolen. Nun dauerte es nicht mehr lange, bis die nächsten Konsolen aus dem Hause Atari auf dem Markt eingeführt wurden. Nun nahm die Evolution der Atari-Produkte ihren Lauf. Von Jahr zu Jahr erschienen neue Konsole, welche mit beispielsweise Pac-Man oder Donkey Kong immer wieder neue, anspruchsvollere Spiele mit sich brachten.Trotz der Tüchtigkeit sollte in den Anfängen der 80er-Jahre die Vormachtstellung des Unternehmens Atari jedoch ein Ende haben.
Commodore 64 (C64) mit Floppy und Monitor, Quelle
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Ein Jahr nach der Veröffentlichung des ersten Heimcomputers brachte die Firma Commodore mit dem C64 ein Gerät auf den Markt, das die Kultur der Computer- und Videospiele deutlich prägen sollte. Im Startjahr 1982 ging der Heimcomputer C64 mehr als eine Millionen mal über den Ladentisch und entwickelt sich rasant zum beliebtesten Heimcomputer Nord-Amerikas. Der 8bit-Computer war mit einem Arbeitsspeicher von 64 Kbyte bestückt. Für heutige Verhältnisse gilt solch eine Hardwareausstattung als irrelevant und witzlos, doch zur damaligen Zeit wurde das Gerät der populärste Heimcomputer, der sowohl zur Software-Entwicklung als auch für das Spielen der verschiedensten Games in Anspruch genommen wurde. Mit einer Verkaufszahl von über 30 Millionen abgesetzten Geräten gilt der C64 als der meistverkaufte Heimcomputer weltweit. Im Bereich Gaming punktete der C64 in besonderem Maße. So wurde in den 1980er-Jahren fast jedes Spiel auch für diesen Heimcomputer umgesetzt. Im Vergleich zu den zahllosen Atari-Konsolen waren die Grafik und die optischen Elemente um einiges geschmackvoller und anspruchsvoller geworden. Über 95 Prozent der C64-Spiele hatten eine Auflösung von 160 x 200 doppelbreiten Pixeln und einige Spiele wie Defender of the Crown oder Turrican II: The Final Fight erwiesen sich als wahre Augenweide. Weitere wichtige Spiele, die oftmals die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich lenkten, waren unter anderem The Last Ninja, Skate or Die, Ghostbusters, The Great Giana Sisters, The Way of the Exploding Fist und Maniac Mansion. Durch den C64 hatten sich im Bereich Gaming auch zahlreiche Subkulturen etabliert. Eine dieser Neuheiten war beispielsweise die Demoszene. Hier machen es sich die fähigsten Programmierer zur Aufgabe, auf ihren Rechnern digitale Kunst zu produzieren. Noch heute finden sich zahlreiche Demoszener auf verschiedensten Veranstaltungen zusammen, um sich gemeinsam über Echtzeit-Animationen auszutauschen.
Neben zahlreichen technischen Innovationen, Neuheiten und vielen neuen Spielen brachte der C64 auch erstmals negative Aspekte mit sich. Die Indizierung wurde zu einem wichtigen Thema in der Spiele-Kultur. So sind die recht harmlosen Spiele River Raid, Blue Max oder Beachhad seitens der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien willkürlich und ohne wirklichen Grund der Indizierung zum Opfer gefallen. Mit dem Aufstieg des C64 begann auch die Zeit der ersten Raubkopien. Bereits in den frühen Achtzigern veranlassten überteuerte und indizierte Spiele die Gamer dazu, auf Raubkopien zurückzugreifen. Natürlich stand somit auch den ersten Kopierschutzmaßnahmen nicht mehr viel im Wege. Um Raubkopien zu unterbinden, dachte sich die Softwareindustrie schon damals einige Methoden aus, die einen ständigen Geldfluss garantieren sollten. Spezielle, Papier-basierte Abfragen oder bestimmte Lauftzeitmaßnahmen sollten der Softwareindustrie bei diesem Unterfangen unter die Arme greifen.
Eine Überproduktion von schlechten Spielen, eine leichte Kopierbarkeit der meisten Titel und die technische Überlegenheit der Heimcomputer froren den Markt der Videokonsolen in der Mitte der Achtziger Jahre allmählich ein. Die goldenen Zeiten der Konsolen waren vorbei und es dauerte bis 1985, bis endlich wieder neue Impulse aus dieser Richtung zu spüren waren. Die japanische Firma Nintendo brachte den "NES" auf den Markt und läutete mit dieser Konsole eine neue Ära ein. Die Veröffentlichung von Super Mario Bros. sorgte dafür, dass alle bis dahin erschienen Videospiele aufgrund technischer Besonderheiten prompt in Vergessenheit gerieten. Mit zahlreichen neuen Spielen im Gepäck lösten die Japaner die so genannte "Nintendomania" aus. Die Ursprünge der meisten Spielegenres sind auf die Epoche des NES zurückzuführen. Rollenspiele, Rennspiele, Jump 'n' Runs, Beat 'em ups, Adventures präsentierte Nintendo beispielsweise mit den Titeln Super Mario Bros., The Legend of Zelda, Metroid, Metal Gear, Tetris, Final Fantasy oder Castlevania.
Im Jahr 1989 entstand in der Welt der Videospiele eine neue Art des Gaming. Im Sommer 1989 wurde in Japan die erste populäre Handheld-Konsole der Öffentlichkeit vorgestellt. Es ist die Rede vom Nintendo Game Boy, welcher es durch eine geschickte Marketingstrategie und winzige Herstellungskosten schaffte, für ein großes Aufsehen zu sorgen. Mit 118 Millionen verkauften Geräten gilt die erste Generation des Game Boy zur meistverkauften portablen Konsole rund um den Globus. Trotz des großartigen Erfolges der Handheld-Konsole glaubten zu Startzeiten des Game Boy im Jahr 1989 die wenigsten Szenekenner an ein Gelingen. So wurde der Konsole vorgeworfen mit einem winzigen Prozessor und einem unzeitgemäßen Schwarzweiß-Bildschirm herzlich wenig bewegen zu können. Die Eigenschaften der Handlichkeit, der Sparsamkeit des Batterieverbrauchs und die der geringen Kosten konnten sich jedoch letztendlich durchsetzen und ermöglichten es dem Unternehmen Nintendo nun, sich den Marktführer im Bereich Portable-Gaming nennen zu können. Zusammen mit dem Game Boy trat auch das noch heute beliebte Computerspiel Tetris, bei dem es um das Stapeln bunter Klötze geht, seinen Siegeszug an: Jedem Game Boy der ersten Generation lag auch Tetris bei.
Es verging nun ein Jahr, bis Nintendo wieder die Werbetrommel rühren konnte, um die Öffentlichkeit auf ein nagelneues Produkt aufmerksam zu machen. 1990 wurde das Super Nintendo Entertainment System (kurz Super Nintendo, Super NES oder SNES) aus dem Hause Nintendo vorgestellt. Er gilt als der offizielle Nachfolger des NES, der ersten stationären Heimkonsole von Nintendo. Jedoch konnte es sich durch einige technische Neuheiten und innovativeren Ideen deutlich vom Vorgänger NES aus dem Jahr 1983 unterscheiden. Es dauerte nicht lange, bis auch Nintendos zweite Spielkonsole die schwache und ideenlose Konkurrenz in den Schatten stellte. Zwar war das SNES Segas Megadrive, welcher 2 Jahre zuvor auf den Markt kam, technisch unterlegen, doch der gute Ruf von Nintendo und eine bessere Marketingstrategie ließ Nintendo den Konkurrenzkampf schnell für sich entscheiden. Das SNES ging über 49 Millionen mal über den Ladentisch. Auch die bekanntesten und erfolgreichsten Spiele Super Mario World, Donkey Kong Country, Street Fighter 2, Super Metroid, Super Mario Kart oder The Legend of Zelda wurden insgesamt millionenfach abgesetzt.
Auch die Mitte der Neunziger Jahre hatte es in sich und brachte zahlreiche Veränderungen und Innovationen mit sich. Mit den Titeln Doom und Duke Nukem 3D wurde im Jahr 1993 erstmals die Ära der 3D-Spiele eingeläutet. So gilt Doom aufgrund des technischen und kommerziellen Fortschritts als Meilenstein der Computerspiele und wird nicht selten als Pionier der Ego-Shooter-Computerspiele bezeichnet. Die Einführung der ersten 3D-Beschleuniger machten es den Heimcomputern erstmals möglich, eine Grafik an den Mann zu bringen, die nahezu jeden Gamer ins pure Erstaunen versetzte. In den kommenden Jahren nahmen sich auch die ersten Vertreter der Videospiel-Industrie eine Verbesserung der Grafik zur Brust. Sich die Computer-Technik zum Vorbild nehmend, sollten sich die Konsoleros nicht länger auf unzeitgemäßen 2D-Oberflächen langweilen. Das Unterhaltungselektronikunternehmen Sony war das erste, das mit der Playstation eine Konsole aus dem Hut zauberte, die 3D-Gaming ermöglichte. Mit 102 Millionen verkauften Einheiten avancierte die PlayStation nach dem NES zur zweit-erfolgreichsten Konsole aller Zeiten. Die Verkaufszahlen waren so beträchtlich, dass es nicht viel Zeit in Anspruch nahm, den einstigen Marktführer Nintendo im Bereich Heimkonsolen zu entthronen. Auch das im Jahr 1996 folgende Nintendo 64 (kurz N 64) brachte Sonys Playstation nicht sonderlich ins Schwitzen. Zwar konnte das N 64 als Nachfolger des SNES technisch aufrüsten und erstmals eine 3D-Grafik präsentieren, doch trotz all dem ergab sich die Playstation mit CD-ROM-Laufwerk, besserer Grafik-Leistung und einer effektiveren Marketingstrategie im Gepäck als Gewinner des Zweikampfes.
Nintendo 64 (N64) mit Controller, Quelle
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Auch die Vertreter der Computerspiele schliefen derweil nicht und widmeten sich in der Mitte der Neunziger erstmals netzwerkfähigen Spielen. Erstmals entstand die Möglichkeit, im lokalen Netzwerk mehr als 10 verschiedene Spieler in ein Echtzeit-Strategiespiel oder in einen Shooter einzubinden. Auch das erste Online-Rollenspiel erblickte das Licht der Welt. Im September 1997 stellte der Publisher Electronic Arts das MMORPG Ultima Online vor. Mit der Verwendung von 20 verschiedenen Servern wurde es dem Spieler ermöglicht, sich Online dem Lösen der Quests zu widmen. Mit dem Erfolg des heutigen Bestsellers World of Warcraft war Ultima Online in keinster zu vergleichen. Dennoch entstand im Zuge dieses MMORPGs die erste Fan-Gemeinde der Online-Rollenspiele.
Die mittlerweile 6. Konsolen-Generation läutete 1998 Sega mit der Dreamcast ein. Später folgten die Playstation 2, der GameCube und die Xbox. Mit dem Spiel Phantasy Star Online im Gepäck ermöglichte es Sega den Gamern erstmals mit einer Konsole online zu spielen, das Kampfspiel Soul Calibur bot zahlreiche neue grafische Elemente, die für lange Zeit in der sechsten Konsolengeneration als Standard gelten sollten, und mit Shenmue kam im Zuge der Dreamcast ein Videospiel auf den Markt, das jedes vorige Spiel in Sachen Realismus, Spielweltgröße und Grafik mit Leichtigkeit in den Schatten stellte. Zu Anfangszeiten war der Ansturm auf die Konsole riesig. Sega brach in den USA sämtliche Verkaufsrekorde und konnte innerhalb der ersten 24 Stunden fast 100 Millionen US-Dollar Umsatz verbuchen. Viele Experten waren davon überzeugt, dass Sega nun die Vormachtstellung der Konsolenhersteller einnehmen würde, doch überraschenderweise kam alles ganz anders. Bereits zwei Jahre nach der Markteinführung wurde Segas Dreamcast im Jahr 2000 von der Playstation 2 entthront. Mit einem DVD-Laufwerk und einer noch besseren Grafikleistung auf Lager, erwies es nicht als sonderlich schwer, die Verkaufszahlen der Dreamcast zu toppen. Auch die beiden Konsolen Xbox und GameCube aus dem Hause Microsoft und Nintendo konnten sich auf langfristiger Sicht besser im Markt etablieren.
Jugendlicher spielt Turrican auf einem A500, Quelle
Dieses Werk wurde von seinem Urheber, Arpingstone, als gemeinfrei veröffentlicht.
Am 15. November 2001 stand die Xbox in den USA erstmals in den Regalen der Elektronik-Händler und erwies sich die erste Microsoft-Konsole aus Sicht des Redmonder Unternehmens als erfolgversprechend und lohnend. So gelang es der Xbox trotz des großen Konkurrenz-Drucks auf Seiten der Konsolen Playstation 2, Nintendo GameCube und Dreamcast sich mit besonderen Titeln und einer außergewöhnlichen Technik-Leistung sich eine neue Fangemeinschaft zu beschaffen. Exklusivtitel wie die Spieleserie von Halo, Half-Life 2 oder Project Gotham Racing sorgten für Verkaufszahlen von insgesamt circa 25 Millionen Einheiten. Der Nintendo GameCube erschien als Nachfolger des N64 am 14. Septmber 2001 erstmals in Japan. Das Ziel des japanischen Unternehmens war schnell klar: Man setzte sich das Ziel, im Zuge des GameCube an die Zeiten des SNES anzuknüpfen und endlich wieder an die Spitze der Konsolenhersteller zu gelangen. Schnell stellte man fest, dass diese Aufgabe undurchführbar war. So lagen die Verkaufszahlen (ca.21,72 Millionen) deutlich unter die der Xbox und Playstation 2. Nintendo hatte nicht mehr die Alleinstellung am Markt. Ganz im Gegenteil. Die Konkurrenz war nun so stark, dass sogar einflussreiche Spielentwickler und Publisher die goldenen Zeiten der Konsole endgültig als gelaufen sahen und die Produktion der Nintendo-Games vernachlässigten. Eine schlechte Versorgung mit qualitativ hochwertiger Software und der Erfolg der Playstation 2 brachte die Verkaufszahlen der Konsole zum Einknicken und ließ den GameCube allmählich in Vergessenheit geraten. Auch der alternative Controller, das zahlreiche Zubehör und die vielen Exklusivtitel wie beispielsweise die erfolgreiche Mario-Reihe oder The Legend of Zelda konnte dem Nintendo GameCube nicht langfristig unter die Arme greifen.
Buddy09 am 02. September 2010
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