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28. April 2005

Aus dem Gulli, 28.04

Was im Siphon hängenblieb

Tony Blair erfolgreich google-gebombt

Wer in der Google-Instanz Großbritanniens das Wort "Liar" (Lügner) eingibt, trifft als erstes Suchergebnis die Biografie Tony Blairs an. Der britische Premier ist damit nach George W. Bush ebenfalls Opfer einer Aktion zahlreicher Blogger und Webseitenbetreiber geworden, die mit entsprechenden Links und Linkbegriffen mit bestimmten Suchbegriffen eine entsprechende Platzierung bei Google erzeugten. GWB findet sich schon seit längerer Zeit auch im deutschen Google nach Eingabe der Worte "miserable failure", völliges Versagen, auf Platz eins: ebenfalls mit seiner Biografie.

Alternative zum fensterlosen Keller: SpyGuard

Ein abgesichertes WLan läßt sich auf viele Arten herstellen: man kann entsprechende Verschlüsselung verwenden, man kann sich wie jeder anständige Geek ausschließlich in fensterlosen Kellerräumen aufhalten und menschliche Interaktion auf den Gebrauch elektronischer Medien beschränken, man konnte bislang in Räumen mit Fenstern leider nur die Wände mit funkwellenabsorbierender Tapete bekleben, die Fenster bleiben in jeder Erscheinungsform dagegen ein Sicherheitsrisiko. Inzwischen wurde jedoch eine transparente Folie entwickelt, mit der entsprechende Abstrahlungen verhindert werden können. Der SpyGuard-Sprecher ließ verlauten, sie dürften die Folie inzwischen mit Genehmigung des britischen Geheimdiensts MI5 verkaufen, falls der Kunde kein bekannter Terrorist sei.

Arkansas: Bräunungsstudio nur gegen Fingerabdruck

Nachdem er von seiner Freundin erfahren hatte, dass ein Bräunungsstudio die Nutzung nur noch gegen Fingerabdruck zulasse, musste Wayne Correia dies überprüfen und führte unter anderem die folgenden Dialoge:

Wayne: "Sie wollen das Recht der Leute auf Anonymität nicht verletzen, weil es ein Gesetz verlangt, sondern weil es ihre Geschäftspraxis ist?"
Studio: "Ja, das ist richtig."
Wayne: "Sie sehen nichts falsches darin, auf der Abgabe eines Fingerabdrucks zu bestehen - ein sehr eingreifender und möglicherweise illegaler Wunsch, nur weil das ihre Firma so verlangt?"
Studio: "Nein, Sir, unsere Systeme erfordern das. Wir haben 14 Niederlassungen und so stellen wir sicher, dass niemand den Bräunungsplan anderer Kunden gebraucht."
Wayne: "Warum brauchen Sie den Fingerabdruck eines Kunden, der einmal zum Bräunen kommt und sofort bezahlt?"
Studio: "Unsere Systeme erfordern das."
Wayne: "Danke, das wollte ich nur geklärt wissen, bevor ich die Medien informiere."

Dass nicht nur Regierungen und Strafvervolger den immer stärkeren Gebrauch (und daraus folgend auch immer größere Möglichkeiten des Missbrauchs) biometrischer Datenerfassung fordern, ist nichts neues, dass Firmen hier aus Sicherheits- und Kontrollgründen ebenfalls große Aktivität entfalten, ebensowenig. Die erkennungsdienstliche Erfassung potentieller Kunden führt inzwischen offenbar noch nicht zum sofortigen Geschäftsniedergang. Wayne ruft nun dazu auf, zum Bräunen nicht mehr nach Arkansas zu gehen.

 

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