Fortinet verschlüsselte freie Software in seinen Anwendungen
Code, der unter der GPL steht, darf ja bekanntermaßen frei verwendet, modifiziert und verbreitet werden - wenn der neue Code ebenfalls unter die GPL gestellt wird. Seit langen gehen schon Gerüchte, dass GPL-Code auch von den Anbietern von Closed-Source-Programmen verwendet wird, und gpl-violations.org spüren entsprechendem Missbrauch der freien Software nach.
Dass die Verwendung des Codes nicht rechtmäßig stattfand, scheint dem Hersteller dabei durchaus bewußt gewesen zu sein: mit Hilfe von Kryptografietechniken verschlüsselte Fortinet entsprechende Codepassagen in seinen Produkten. Verwendet wurde neben einigen weiteren GPL-Programmen ein kompletter Linuxkernel.
Während gpl-violatons.org auf einen überwiegenden Anteil friedlicher Beilegungen bei entsprechenden Missbrauchsfällen von freiem Code zurückblicken kann, reagierte Fortinet nicht auf entsprechende Anfragen. Der Gerichtsbeschluß stellt nun per einstweiliger Verfügung fest, dass Fortinet seine Produkte und die enthaltene Software zum Einklang mit den Regeln der GPL bringen muss.
Unter den Softwareherstellern, die auf Betreiben von gpl-violations.org bereits GPL-Code entfernen oder Programme entsprechend neulizenzieren mußten, befinden sich unter anderem auch Größen wie Asus, Motorola und Acer.